Viele haben jetzt über den Abiball berichtet. Aber ich finde die Vorgeschichte viel bedeutender. Der Abiball war der Schlussstrich meiner Schulzeit auf dem Gymnasium. Eine Zeit, die ich nicht missen will, die aber auch nicht immer so toll war. Ist ja klar, ist ja Schule. Aber weil ich ja gerne meine Erinnerungen und Gedanken hier auf der goldenen Platte serviere, möchte ich euch einfach mal zeigen wie ich meine Schulzeit empfand. Halt einen gedanklichen Abschluß für die Zeit finden.
Meine ersten 3 Jahre am Gymnasium waren nicht wirklich von Sonnenschein geprägt. Ich war halt immer schon der dicke Freak. Und leider habe ich die Zeit des Mainstreams damals übersehen. Ich übersah die Punkära, ich verpasste die Besaufzeit und auch die Bohrauzeit. Ich hatte schon damals einen merkwürdigen Humor und kaum einer verstand meine Anspielungen auf Filme oder ähnliches. Im Grunde war ich aussenseiter. Keine Sorge, es war ja nicht so, dass ich keien Freunde hatte. Aber sagen wirs mal so: Ich wusste in der Zeit immer ganz gut, was so am Wochenende im Fernsehen lief.
Auch wenn ich heute drüber lachen kann, was wahrscheinlich an meinem toleranten Humor oder an meinem fehlenden Selbstbewusstsein liegt, aber eigentlich wurde ich damals gemobbt. Zum Glück war damals "Happy Slapping" noch nicht in Mode, ich wäre sonst ein Youtubestar geworden. Aber versteht micht nicht falsch. Ich war kein potentieller Amokläufer, ich war nur nicht gerade der Liebling des Jahrgangs. Meine Sprüche nervten die Leute und kaum jemand teilte meine Interessen.
Und dann kam die Sekundarstufe 2. Anfangs dachte ich noch: "Geil, nicht nur die Lachnummer einer Klasse, sondern die eines ganzen Jahrgangs" Im Grunde wars dann auch so, nur dass ich mitlachen durfte. Ich weiß noch wie ich Anfangs Marco für sein stänkern gehasst habe. Er sollte später einer meiner besten Freunde werden.....
Das neue Klassengefüge brachte mir nur Vorteile. Ich lernte alle Leute kennen und ging ihnen aber nicht so schnell auf den Keks. Anfangs hing ich noch mit anderen Sonderlingen und Neuen rum. Die GCC wurde gegründet und PO&LIS zeigte mir, dass die politische Richtung eigentlich eine kleine Rolle beim Feiern spielen kann. Und mit der Organisation des Karnevals wurde alles noch ein Stückchen besser.
Mir wird gerade klar, dass ich Frau M. zu verdanken habe, dass ich die SEk2 so geliebt habe. Sie hat entschieden, dass ich die goldene Klobrille bekommen soll und damit der Prinz des Schulkarneval wurde. Durch die Organisation lernte ich Patrick und Björn besser kennen und auch noch das ein oder andere wunderschöne Mädchen. Für mich war der Karneval der Höhepunkt des Jahrgangs. Ich habe danach nie wieder so eine ausgelassene Fröhlichkeit und Unvereingenommenheit erlebt. Die Party im Clubraum war legendär. Nur ich kann solche Partys nie genießen. Ich denke schon bei sowas immer ans Danach. Ist ne schlechte Angewohnheit von mir.
Nach dem Karneval verfiel unser Jahrgang leicht der Arroganz. Ich trug leider auch meinen Teil dazu bei. Und im Nachhinein tut mir die ganze Sache tierisch leid. Ich hab den Leuten den letzten Schultag versaut und war dabei nichtmal lustig. Der ganze Jahrgangsstreit war einfach nur unnötig und vollkommen aufgebauscht. Leider war nach Karneval für mich der Höhepunkt der Zusammengehörigkeit erreicht. Es war immernoch toll und ich werde die gemeinsamen Pausen und Orgtreffs von Hezen vergessen, aber es gab so blöde Fronten. Und trotzdem empfand ich meinen Jahrgang immernoch als außerordentlich kollegial.
Ich habe versucht mich mit jedem aus dem Jahrgang gut zu verstehen. Ein beliebtes Streitthema von Martin und mir. Er ist ein sehr radikaler Freund. Entweder er versteht sich mit Leuten oder er hasst sie bzw. sie sind ihm egal. Ich dagegen empfinde jeden Mensch als irgendwie wichtig in meinem Leben und möchte mir nix unnötig versauen. Natürlich gibt es LEute in meinem Jahrgang, die ich häufig als unsympathisch oder falsch empfinde. Und trotzdem hatte ich mit jedem irgendwo mal einen tollen Moment oder ein gutes Gespräch. Beim Abiball kam ein Mädchen zu mir und sagte mir, dass sie mich immer gemocht hat und mich sehr schätzt. Sie war natürlcih angetrunken. Und trotzdem hätte ich das nie von ihr erwartet. Ich glaube kaum ein Mensch ist nur Böse oder Blöd. Und ich bin der Meinung in meinem Jahrgang gab es keinen davon.
Ich liebe meinen Jahrgang für so vieles. Erist so verschieden von den politischen Richtungen oder den grundlegenden Einstellungen, aber wenn es um Party geht sind alle eine große Familie. Und das Tolle ist, dass es auf mich nie aufgestzt wirkte. Ich liebe meinen Jahrgang dafür, dass er so unglaublich entspannt in die Abiprüfungen gegangen ist. Und wenn ich sowas hier lese, dann merke ich, dass es nicht nur für uns eine geniale Zeit war. Wir haben etwas zurückgelassen in diesen forster Gemäuern. Keine Sorge, ich bin nicht der Meinung, dass wir die Geilsten waren oder immer supercool, aber ich denke wir haben ein bisschen an der Schulgeschichte mitgeschrieben.
Nun nochmal ein paar Worte an meine Jahrgangsmädels: Ich finde einige von euch so unglaublich hübsch. Ihr wollt nicht wissen, wie oft ich mich auf Partys in ein paar von euch verknallt habe. Ihr habt mir soviel geschenkt an Witz und Charme. Jeder der sich nun geküsst fühlen will, kann das gerne machen. Danke Mädels.
Und nun noch ein paar Songs. Der erste Song wäre mit Sicherheit auf dem Jahrgangssoundtrack, wenn es sowas geben würde. Mein Jahrgang konnte auf jeden Fall mehr als nur Party machen, aber unbegabt im abgehen war er mit Sicherheit nicht. Und nun bitte mal ABGEHEN!
Und nun meine Sicht der Dinge. Natürlich blöder, weicher, deutscher Indiedreck, oder so....
Danke mein lieber Jahrgang für die letzten 3 Jahre. Sie waren so unglaublich wunderbar. So unglaublich unvergesslich. So unglaublich... unglaublich