Freitag, 17. Dezember 2010

Türchen Nummer 17

So. Mein erster Gastartikel eines Komillitonen. Und mein erster Gastartikel eines Chinesen!! Tao, von mir nur noch crazy chinese guy gerufen, erzählt uns heute von seiner Sicht auf Weimar und Co. Ich hab beim ersten Mal durchlesen gelegen vor lachen. Und zur näheren Erklärung: Mit Podcasts sind meine Radiosachen gemeint, die ich Tao zur Verfügung stelle. Den eins hab ich erkannt. Wenn die Asiaten uns mit Markenplagiaten überschwemmen, dann überschwemm ich die Asiaten mit Comedyplagiaten. Also mit mir. Und nun. Viel Spass.  


Hallo zusammen! Ich heisse Wutao Wen(oder einfach Tao) und bin aus Chengdu, China hergekommen. Ich studiere jetzt mit Wilhelm oder besser Ringvernichter in Weimar Medienkultur. Es ist für mich schon ein bisschen peinlich hier was zu schreiben, aber egal niemand kennt mich hier außer Wilhelm und Henry .

Zuerst möchte ich einbisschen über meine Heimat Chengdu erzählen. Chengdu ist die Hauptstadt von Sichuan, Heimat von Pandabären und eigentlich Taoismus auch. ;) Dort hab ich 3 Jahre Germanistik studiert und jetzt fange ich mit meinem 2. Studium hier an. Warum Weimar? Weil fast jedes Cover meiner Lehrbücher fast so aus sehen. 
Und die Portrait ist eigentlich in Weimar.

Ich bin schon seit 2 Monaten hier in Weimar. Das Essen ist schön hier. Bratwurst, Katoffelnpüre, Bier, Schnapps sind grossartig. Und die Leute sind ganz nett und lustig. Da ich aus China gekommen bin, haben sie manchmal diesen Spionscherz auf mich. Letzte Woche hab ich Max in Supermarkt getroffen. Er hat ganz laut geschrien, ich weiss genau was du von mir ausspionieren willst und ist plötzlich weggegangen. And then the other ppl in the supermarket started to look at me like I'm from another planet. Das war peinlich aber ganz lustig,haha. Aber ehrlich, die Spionen sollen meiner Meinung nach ein ganz normales Gesicht haben. An attractive guy like me will unfortunately get too much focus lol. ....
Naja das Leben im Ausland ist manchmal auch schwierig. ( So ist das Leben.. SO HARD) ;) Hier in Deutschland lerne ich nicht nur Deutsch sondern auch Kochen, Selbsthaareschneiden, das kappute Fenster verdichten, aus einem Haus in Brand wegzulaufen ( bin heute morgen von Feueralarm geweckt wahrscheinlich hat jemand wieder vergessen, die verdammte Brandschuztür zu schliessen..ach it's a long story) .
Jetzt was über Wilhelm. Er ist ganz lustig. Mein Deutsch ist schlecht ist kann nur ein Wort über ihn und zwar hahahahahhahahahahhahahahahhahahahahhahahahaha. Ich habe seine Podcast und Kurzfilme nach geschickt also er ist schon in der Showbusiness in China aufgetreten und ich bin der Manager, ich bin sicher er wird später ein Star werden.

Und zum Schluss wünsche ich euch vorher frohe Weihnachten. Und auf chinesisch sieht der Satz so aus.

 


"Boah, was für ein mieser Post." Wenn du gerade diese Gedanken beim Lesen hast, dann machs einfach besser! Schreib mir deinen Post und ich werde ihn hier im Laufe des virtuellen Adventskalenders veröffentlichen. Schreib einfach ne Mail mit deinem Post an ringvernichter@gmail.com. Werde Teil des Kessels. Werde Teil eines Weihnachtswunders. Hab Spass!

Donnerstag, 16. Dezember 2010

Türchen Nummer 16


Anne. Ach, Anne. Vor knapp 2 Jahren hab ich dich kennengelernt. Warst aufeinmal bei unseren Partys am Start. Dabei warst du doch gerade mal 11. Klasse. Ich hab immer deinen Stil gemocht. Immer sehr schick, aber nie ganz H&M Hipsterchick. Du warst in Kanada! Und zum besseren Verständnis. Anne spricht hier hauptsächlich meinen Jahrgang an. Von wegen 2 Jahre zurück und so. Aber ihr versteht des schon. Viel Spass!

„Alle Jahre wieder….“


Als ich Willis Aufruf gelesen habe, dachte  ich „tolle Idee“. Und dann kam nichts mehr. Nur Leere. Kein Geistesblitz was ich zu diesem Blog beisteuern könnte. Und jetzt denke ich: begebt euch mal auf eine kleine Zeitreise. Denkt mal zwei Jahre zurück. Bäääm, ihr seid in meinem Leben.
Draußen schneit es, eigentlich will man die Vorweihnachtszeit genießen, doch es herrscht Vorabistress. Drei Klausuren werden in der Aula geschrieben- und ich habe SCHEIßPLÄTZE. Ganz vorn. In der Ecke. Das einzige was ich sehe ist die Uhr. In Mathe legt sie einen Sprint hin, in Deutsch will sich der Zeiger nicht fortbewegen. Ihr könnt  euch daran erinnern? Super. 

Das Weihnachtskonzert rückt näher, und damit auch die alljährliche Freude auf Frau Hentschels Klavierkünste. Und ja es gibt auch einen Tannenbaum bei Vertretungsplan-aber er war noch nie so hässlich, Schief und mit mehr Lücken als Zweigen. Auf was kann mich sich dieser Tage freuen? Auf die Sek II Party im Metallbau. (17.12.2010) Oja, werden dabei nicht feucht fröhliche Erinnerungen wach? Flyer müssen gedruckt und verteilt werden….Doch mittlerweile ist man auf die jüngeren, partyfreudigen Leute angewiesen-bei einem Jahrgang von 61 Leuten. 

Am letzten Wochenende hatten wir das unglaubliche Glück bei der Obi-Inventur dabei zu sein. War das nicht schön!! Ihr glaubt gar nicht was es für eine ungemeine Auswahl an Müllbeuteln gibt!!(Oder doch, vielleicht hatten einige auch das Glück sie mit diesem Zähldings zu erfassen.) Was ist sonst so los im aktuellen 13. Jahrgang? Yeah, wir organisieren den Abiball (mit 61 Leuten wenn es gut läuft) Die Dekogruppe malt fleißig, ich sau mir jede Woche ein neues Oberteil ein, oder schneide mit dem schönen Kuttermesser in den geheiligten Linoleumboden. Ich weiß nicht was die Programmleute veranstalten, auf jeden Fall wird bisher noch kein spektakulärer Bauchtanz einstudiert. Und ich bin auch gespannt was Herr Röger in seiner Rede aus dem Motto „Cabisino-Wir pokern um jeden Punkt“ macht.(Das wurde in einem dreigängigen Wahlgang ermittelt, ist schon schwer sich bei 61 Leuten zu einigen). Aber es wird T-Shirts geben. Ich glaub das ist das einzige was läuft! Und jeder könnte 3-5 Personen mitbringen. Unglaublich oder? Ja, vielleicht werden es auch  noch mehr- Frau Mantwill erzählte uns nämlich heute, dass viele Lehrer überhaupt nicht gut auf unseren tollen, großartigen Jahrgang zu sprechen seien. Es gibt wohl unter den Lehrern ernsthafte Diskussionen, nicht zum Abiball zu erscheinen. Wo gibt es denn sowas? Schade ich habe mich doch schon auf Samtkleider und Roben gefreut, die die der Schüler(innen) übertreffen. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, Herrn Röger noch mal „Twist“ tanzen zu sehen. Ich habe euren Abiball miterlebt und ich habe beim letzten gekellnert – zwei Vergleichsmöglichkeiten. Der Abiball 2011 wird es schwer haben mitzuhalten, und die MZH wird leer sein, sehr leer. 

Was habt ihr noch gemacht vor zwei Jahren? Langsam begriffen, dass die Anmeldefristen für Duale Studiengänge vorbei oder in bedrohlicher Nähe sind? Schon zu den Sommerferien steckte mir meine Mutti dezent eine „ZEIT-Studienführer“ zu. (Vielleicht ganz gut da diese überaus informative Berufsberatung morgen wegen Krankheit ausfällt). Dieser Studienführer jedenfalls macht mir tierisch Angst. Alle Berufe/Studiengänge die ich interessant finde, sind kaum gefragt. Habt ihr Würfel geworfen um euch zu entscheiden? Man kann ja wirklich ALLES studieren, woher soll ich denn wissen womit ich mal Schwerverdiener und wunschlos glücklich werdeJ. Oder will ich überhaupt studieren? Und wo? Und wann verdammt noch mal? Will ich nicht erst mal ein Jahr um die Welt düsen, oder ein Paar Monate Au-Pair sein? Leider bin ich satte 20, wenn ich mit dem Abi fertig bin( mit 7 eingeschult). Andere werden gerade 18/19. Ich finde das deprimierend! Und dann diese Leute die auf einmal ständig fehlen. „Der ist beim Vorstellungsgespräch/Probestudium/Einstellungstest/in der zweiten Runde/quasi nächster Firmenchef….

Naja was soll‘s, Frau Grabau wird weiter durch die Cafeteria brüllen( auch wenn die liebe Frau Humper nicht mehr da ist.) „Fronter“ ,das neue interne Schulnetzwerk, erobert stetig die ganze Lehrerschaft. Was wird bloß aus den schönen roten Fächern in der 200? Schneebälle werfen ist immer noch verboten. Ich vergesse, dass  jetzt auch dieses komische schwarze Brett neben dem Vertretungsplan Bedeutung für mich hat. Wusstet ihr, dass dieser seltsame Tisch in der 300 manchmal tatsächlich interessante Infos bereithält? Ach noch eine Veränderung gibt es- bei Frau Blasj….wird tatsächlich hospitiert. Ja, wirklich. Herr Röger saß zwei Wochen im Französischunterricht (seitdem ist sie krank). Und wir haben eine Medien-AG. (Hallo Henry) Und komische Planeten auf dem Schulhof, aber das dürftet ihr glatt noch miterlebet haben.
Auch wenn ich mich jetzt aufrege, weiß ich, dass ich die Zeit vermissen werde. Und das sie ganz schnell Vergangenheit ist. Etwas woran man sich mit gewisser Melancholie erinnert.
Und am Ende noch ein kleiner Musiktipp. Vielleicht kennen sie die einen oder anderen. „Mumford and Sons“ – toll für diese Stimmung!

 

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Mittwoch, 15. Dezember 2010

Türchen Nummer 15

Als ich diesen Post von Matti lesen durfte, blieb mir kurz der Atem weg. Im Internet merke ich, dass der Typ eigentlich viel tiefsinniger ist, als ich viele Jahre dachte. Er interessiert sich für die strangesten Universumstheorien und macht sich über Dinge Gedanken, wo ich glaubte, dass er dafür zu engstirnig wäre. Es beschämt mich ein bisschen, dass ich in solchen Sachen Matti unterschätzt habe. Seine Artikel strotzen vor Herzblut und Ehrlichkeit. Matti, ein Rat. Mach einen Blog auf, oder geh erstmal zu Xesier. Du hast was zu sagen, und das ist keinesfalls dumm, oder uninteressant. Und nun. Viel Spass...


So this is Christmas…

… and what have you done?

Diese Frage beschäftigt mich mehr denn je. Klar hab ich mir auch schon früher Gedanken darüber gemacht, aber erst, seit dem ich studiere, begreife ich diese Frage ein wenig mehr.

Was, verdammt noch mal, tue ich hier eigentlich? Und ich meine jetzt nicht, dass ich mein Studiengang nicht sinnvoll finde, oder wenn ich mich erwische, wie ich einen diskriminierenden Witz erzähle.
Nein, ich denke über meine Rolle in der Welt nach. Was ich erreichen möchte, was ich auf diesem Planeten hinterlassen möchte, wenn ich einmal nicht mehr bin? Und auch diese Frage ist nicht ganz treffend formuliert. Denn ich weiß eigentlich, was ich erreichen will. Die nächste Frage, die zustellen ist, wäre wie. Auch hier kann ich mir (noch) einige Antworten ausmalen. Soweit, so gut. Aber was habe ich bis jetzt dafür getan? Was berechtigt mich, die Antworten auf die Fragen weiter zu verfolgen?
Antwort: Nichts!

Und jetzt kommt die schwierigste, fieseste, ergreifendste und hartnäckigste Frage:

WARUM???

Ein treffendes Beispiel: Willi hatte hier vor einer Weile zum Spenden gebeten. Gedanklich waren schon 50€ überwiesen. Ich vertraue Willi und wenn er sagt, dass Geld kommt an und hilft, dann zweifle ich da nicht dran. Aber bis jetzt habe ich es nicht fertig gebracht meinen Hintern aus dem Sessel zu heben und eine Überweisung zu schreiben. Es gibt keine trifftigen Gründe für mein Nicht-Tun, nur Ausreden. Also, warum?

Als ich mit dem Studium angefangen habe, und wusste, wie viel man als Diplom Chemie-Ingenieur verdienen wird, habe ich mir etwas geschworen. Für jeden größeren Luxus, den ich mir kaufe, spende ich den Betrag des (überflüssigen) Preises. Das heißt, wenn ich mir ein Sportwagen für 50.000€ kaufe, obwohl ein kleiner für 15.000€ auch reichen würde, spende ich 35.000€. Mir wurde schnell klar, dass ich das nie durchhalten würde und sooo gut wird der Lohn dann doch nicht ausfallen.
Ich steckte mir ein kleineres Ziel. Ich plane, etwas für Obdachlose zu tun. Ein Heim und im Winter kostenlose Handschuhe und Mützen…
Aber wer, wenn nicht ich, kann mir garantieren, dass ich nach dem Studium, in einem Jahr, in ein paar Monaten, ja sogar nächste Woche noch das Ziel vor Augen habe? Und vor allem, wer beschützt mich vor der Frage „warum tue ich nicht mehr?“?

Ich habe ein Lieblingsweihnachstlied. Meine bevorzugte Version ist die von den Roten Rosen, aber als ich den Titel bei YouTube eingab, fand ich das:




Anmerkung vom ringvernichter: Zum besseren Verständnis. Mattis Orginallink ist der. Liess sich leider nicht einbetten.


Irgendwie trifft es sich, dass dieses Lied aus John Lennon’s Feder stammt…
Es ist nicht das originale Video, aber das Video trieb mir Tränen in die Augen. Warum tue ich nichts gegen diese Ungerechtigkeit, gegen die Armut, gegen dieses Leid? Man könnte, wenn man wollte. Ich könnte, wenn ich…wollte? Ich will ja…

Aber wie kann ein einzelner Mensch, wie kann ich, etwas so großes bewegen? Diese Frage zeugt eigentlich von Egoismus und Eigennutz. Wenn man auch nur einem Menschen helfen kann, sollte man das tun, auch wenn sich keiner danach an dich erinnern wird. Warum dann eigentlich dieser Wille, gleich alles ändern zu wollen? Reicht es einem nicht, ein glückliches Gesicht zu sehen?

Ich beneide Leute wie Maria… Dieser Ehrgeiz fehlt bei mir und ich schäme mich dafür.

Das ich vorhin Willi mein Vertrauen aussprach, war eigentlich auch überflüssig. Viele zweifeln, ob das gespendete Geld ankommt, haben Angst, über den Tisch gezogen zu werden. Nur, die meisten Leute fahren auch tanken, kaufen Butter, Musik, Kleidung, gehen Arbeiten… Da wird man doch pausenlos über den Tisch gezogen. Warum dann also bei Spenden skeptisch sein? Weil man es da nicht merkt?
Sollte ich nicht das Risiko eingehen, dass sich jemand mit meinen gespendeten 50€ einen bunten macht, als sie für irgendwelchen Schnickschnack auszugeben? Wie schnell sind 50€ versoffen, verpufft, verbrannt, vergessen, ins Kino investiert… und wie viele arme Kinder kann man damit versorgen, in die Schule schicken, wie vielen Obdachlosen Handschuhen kaufen…?

Ich weiß es nicht. Ich weiß es einfach nicht.

In dem Sinne: Frohe Weihnachten


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Dienstag, 14. Dezember 2010

Türchen Nummer 14

Heute schreibt Tobias. Die wenigsten von euch werde ihn kennen. Er ist der Bruder von Thomas und damit mein.... ähhh Schwippschwager? Keine Ahnung. Wird Henry wieder klären mit seiner "Wir sind alle Tanten-Onkels-Theorie." Und nun. Viel Spass!


Ich sitz am Tisch.
Ist das nicht mal ein unprätentiöser Anfang für einen literarischen Text, welcher ein blog ja nun mal darstellt. Nun gut - es auszustellen, wie verdammt cool unprätentiös das ist hat natürlich wiederum etwas ziemlich prätentiöses. Aber es ist die Wahrheit - nackt, frierend, for real, mit zero Verschnörkelung - die Wahrheit, der ich mich als Gastautor eines Blogs natürlich verpflichtet sehe. Was denn sonst ist der Sinn des Schreiben eines blogges?! Wir wollen Wahrheit - das wahre Leben - dem Kern auf den Grund kommen - down sein mit der Wirklichkeit - Strassenglaubundsehenswürdigkeit, Alter. Ich sitz also am Tisch vor mir der Klappcomputer mit dem angefressenen Apfel. Warum ist der eigentlich so angefressen? Dahinter geht grad die Sonne überm Balkon auf und scheint mir just in diesem Moment frontal in die Pupillen, die daraufhin dermaßen zusammenziehen, dass ich kurzzeitig nicht mehr richtig sehen kann.

Ich tippe also blindlings auf der Tastatur herum und hoffe es findet sich nachher auch ein Text auf dem Bildschirm und nicht nur ein Sammelsurium von Buchstaben, die eher an eine verschüttete Tütensuppe, als an einen literarischen Text, welcher ein blog ja nun mal ist, gemahnen. Letzte Woche stand ich auf dem Hof und blickte in den Himmel, aus dem im dicken Flocken der Schnee herab geschneit kam. Jeder Europäer kennt das Vergnügen, den Mund zu öffnen und Schneeflocken mit der Zunge aufzufangen. Genau das. Dieses gute alte SchneeflockenmitderZungeauffangen. Es kostet nichts und tut so gut. Deshalb mein ganzherzig gut gemeinter Rat junger Mann, junge Frau: Wenn der nächste Schnee fällt, dann bleib nicht vor dem Ofen hocken. Nimm die obligatorischen Jacke, Schal und Mütze, fakultativ Handschuh dazu und raus in die weiße Wunderwelt des halbgefrorenen Wassers oder was ist Schnee eigentlich? Egal was es ist solange es dich glücklich macht - also: Mund auf, Augen zu - denn etwa 36 % der ins Gesicht stürzenden Schneemassen fallen ins Auge und verursachen dabei ein ekliges Augengefühl, dass sich nur mit dem Wort Bäh annähernd beschreiben lässt... Also: Mund auf, Zunge raus und genießen. Ja Genuss!! Genuss ist gut. Hört auf euer Bauchgefühl, ihr jungen Hüpfer, der Bauch lügt nicht. Denn auch der Bauch ist der Wahrheit verpflichtet. Deshalb stimmt der schmalzhalzige Satz: "Man sieht nur mit dem Herzen gut" aus dem achsoschöhönen Buhuch "der kleine Prinz" keinesfalls. Man sieht vor allem mit den Augen gut - wenn man noch gut sehen kann. Ansonsten vielleicht mit der richtigen Brille oder den Kontaktlinsen. Der Bauch jedoch ist das Zentrum des Gefühls. Übrigens: je größer der Bauch, desto gefühlvoller der Inhaber (--> siehe Meat Loaf, siehe Buddha, ect...)

In die Schneeflocken schauen, während sie zu Boden gleiten, hat auch seinen ganz eigenen Reiz. Abgesehen von den erwähnten Gefahren des eklige Augengefühls kann man dabei eine verzückende Beobachtung machen. Wenn die Flocken besonders groß sind und ein leichter Wind geht und sie vor allem auf einem zugeschwebt kommen - das ist wie 3D-Kino nur das es echt ist und man nicht sitzen kann. Ihr solltet euch das mal anschauen Kinder - wirklich nicht zu überbieten. Ich hab im gerade dahinscheidenden Jahr ein paar 3D Filme gesehen als da wären: Alice wiedermal im Wunderland, natürlich der Avatar (aber der Blaue ohne Pfeil auf dem Kopf) und My bloody Valentine 3D (O.M.G.) - Ich muss mal sagen das ist schon witzig bisweilen, sehr unterhaltsam und auch mal ziemlich verstörend (die Spitzhacke des psychotischen Bergarbeiters, die einem das Auge des bemitleidenswerten Nebendarstellers mit 3 Satz-Repertoire direkt vor das geneigte Zuschauerauge knallt - ähm naja) Aber gegen die Wirklichkeit der Schneeflocken, gegen die Realness der Witterung aus Flocke plus Wind plus Kälte, die in der Gesamtheit eine wahrhaftigere Gänsehaut evozieren als jeder schlechte Schocker aus dem Cineplex, dagegen stinkt 3D im Kino nicht an. Da stinkt 3D im Kino aber so was von ab. Also Jungspundinnen und Jungspunde - geht mal raus. Stellt euch mitten in das meteorologische Treiben und werdet down mit dem Winter. Mein Bauch fühlt mit euch allen!
Macht es gut - euer Tobias Quander



"Boah, was für ein mieser Post." Wenn du gerade diese Gedanken beim Lesen hast, dann machs einfach besser! Schreib mir deinen Post und ich werde ihn hier im Laufe des virtuellen Adventskalenders veröffentlichen. Schreib einfach ne Mail mit deinem Post an ringvernichter@gmail.com. Werde Teil des Kessels. Werde Teil eines Weihnachtswunders. Hab Spass!