Freitag, 31. Dezember 2010

Jahresrückblick 2010... eher nicht.

Ich sitze hier seit 2 Tagen vor dem leeren Artikelfenster und überlege, was ich alles in meinen Rückblick reinhaue.
Meine Zeit im FÖJ. Meine Anfänge des Studiums. Von den Kopfsachen, die ich mit mir rumtrug. Von meinen Freunden. Von diesem crazy Filmteam. Von meiner Familie.

Aber gerade, da kann ich nicht. Vielleicht will ich auch einfach nicht. Bin gerade nicht sicher, ob ich glücklich oder traurig bin. Naja, tut mir leid, dass euch damit ein epischer Artikel flöten geht, aber wenn mein Kopf mal nicht will dann will er nicht.

Ein hab ich aber noch. Mein Lied des Jahres:



Ich bedanke mich bei allen Lesern, Fans, Gastautoren, Kritikern und natürlich allen Freunden und der Familie. Wir sehn uns nächstes Jahr wieder.

Mal sehn. Vielleicht küsst mich morgen ein Mädchen eine Muse und ich lass morgen noch nen Kracher los.
Ich mag euch Leute.

Samstag, 25. Dezember 2010

Gastautor Martin/ seine Alben 2010


Martin kam mit seinem Artikel zu spät, so dass ich ihn nicht mehr im Kalender unterbringen konnte, aber da ich ja total toll bin, findet zumindest Martin, veröffentliche ihn trotzdem. Viel Spass!
Ich wollte euch mal die sechs Platten zeigen, die mich in diesem Jahr am meisten berührt und ein Stück weit getragen haben. Leider immer noch ohne Casper.

Maeckes - Kids


Ich glaube ich habe im deutschen Rap noch nie so etwas Durchdachtes, Tiefgründiges und Atmosphärisches gehört. Keine Standard- Rap- Beats. Sehr synthetisch. Eine
kleine Traumwelt wird erschaffen und dazu ein Maeckes, der in Metaphern und Bildern davon berichtet, wie desillusionierte Kinder die Welt sehen und mit welchen
Problemen sie in dieser zu kämpfen haben. Sehr nachdenklich, sehr bewegend. Bestes Rapalbum für mich in diesem Jahr.


The xx - xx



Der Hype war zwar schon vorheriges Jahr, aber irgendwie habe ich mich ihm immer verweigert. Ein Fehler, wie ich nun feststellen musste. Der Reiz ist das
minimalistische Soundbild bestehend aus Drumcomputer und Gitarren, sehr schöne Popmelodien und einer Sängerin und einem Sänger mit sehr viel Seele in den Stimmen,
die eine Art Deprimiertheit und Resignation rüberbringen. Sehr stimmiges Album. Auch die Bonustracks sind sehr super.

Touchè Amorè - ... to the beat of a dead horse


Für mich immer der perfekte Soundtrack zu einem Hermann- Hesse- Buch. Melodischer Hardcore, aber sehr eigen. Ein Sänger der auf knapp 18 Minuten alles was er
in seinem tiefsten Innern fühlt und denkt, herausbrüllt. Man spürt Verzweiflung. Dazu eine manchmal sehr energiegeladene, mal sehr melancholische Soundkulisse.
Auch zu empfehlen sind die Songs auf den Split 7 Inches mit La Dispute und Make do and mend.

Angus and Julia Stone - Down the way


Das perfekte Album zum vor sich hinträumen, zum refklektieren oder für einen Herbst-/ Winterspaziergang. Das Album, um sich der Welt zu entziehen und nachzudenken.
Zwei Geschwister mit wunderschönen Stimmen. Dazu wunderbare Gitarrenmelodien. Zum Reinhören unbedingt "For you", "Santa Monica Dreams", "Hold on" und "The Devils Tears" samt anschließendem Hiddentrack anhören.


More than life - Love let me go




Nochmal Hardcore. Ich habe auf kein anderes Album dieses Jahr im Vorfeld so gewartet wie auf dieses. Am Anfang etwas enttäuscht, aber auf lange Zeit hat es sich bewährt. Liebesschmerz verpackt in sehr beeidruckende Metaphern, vorgetragen von einem Sänger mit einer sehr charismatischen Stimme und einem sehr vielfältigen Soundbild und sehr schönen Songs. Zum Anspielen: "Scarlet Skyline", "Daisy Hill" und "Love let me go".


The Gaslight Anthem - American Slang




Irgendwas zwischen Indie und klassischem Rock'n' Roll. Ich hätte auch "The '59 Sound" schreiben können. Beide Alben bestechen durch ein sehr melodiöses Klangbild. Musik für den Sommer, bei der man schon fast die traurigen Texte übersieht, die der Sänger mit einer charismatischen Stimme rüberbringt. Beide Alben kann man sehr gut durchhören. Gute Rockmusik.


Es ist natürlich immer so eine Sache, wenn man Alben empfohlen bekommt. Man verbindet die Songs dann auch schon mit der Person, die sie einem empfholen hat. Ihr müsst euch die Songs jetzt nicht anhören. Für manches muss man sich viel Zeit nehmen, anderes ist sehr sperrig. Aber vielleicht könnt ihr ein neues Musikerlebnis dabei gewinnen.
Und vielleicht ist der ein oder andere Songs dabei, der euch prägen wird. Ansonsten auch mal The National oder Philipp Poisel auschecken.

Freitag, 24. Dezember 2010

Türchen Nummer 24!

So Leute. Heiligabend steht an. Letztes Türchen von diesem fantastischen Adventskalender. Wirklich Leute, ich bin überrascht wie sich dieses Projekt entwickelt hat. Großes Lob. Tolle Artikel und wunderbar vielseitig. Aber ich bin deswegen auch ein klein bisschen missmütig. Ich kann nicht viel wirklich gut. Ich kann gute Filme an einzelnen Szenen erraten, ich kann mittlerweile ziemlich gut über einzelne Comicfiguren rezitieren und ein paar Leute sagen ich kann gut schreiben. Und irgendwann dachte ich mein Schreibstil würde mich auszeichnen. Und kaum lasse ich hier anderen Platz zur Entfaltung, zeigen sie mir, dass ich garnich so besonders damit bin. Naja, ich hoffe es bremst mich hier nicht in meiner Schreiblust.

Dieses Jahr wird bei uns Weihnachten ein bisschen anders. Maria ist noch bis Januar in Indien und Laura hat ihren eigenen Clan mit dem sie in Berlin feiert. Das heißt Weihnachten besteht dieses mal aus meinen Eltern und meinem Bruder Lukas. Lukas ist ja an sich ein netter. Aber irgendwann werden wir uns wieder aufn Sack gehen. Ich ihm mit meiner Unordnung und Körperhaltung. Er mir mit seinem Besserwissergelaber und noch mehr Besserwissergelaber. Aber naja, Weihnachten ist ein Fest der Liebe und ich versuche ein bisschen von meinem Narzismus in Nächstenliebe umzuwandeln.
Dieses erscheinen hoffentlich noch 2 Gastbeiträge und von mir auf jeden Fall ein Jahresrückblickartikel. Vielleicht auch noch einer mehr. Kommt auf die Üppigkeit der Geschenke an.
So ich bedanke mich hier nochmal bei den einzelnen Gastautoren und verlink auch nochmal. Ich bedanke mich von Herzen bei:

Matti, für 2 wunderbare Artikel. Einmal über ein Buch voller Sachen, die ich nicht kapiere und einem über diesen inneren Schweinehund der viele von uns mal plagt.


Laura, die mit ihrer "WG" eine ziemlich coole Perspektivengeschichte startete.

Thomas, der sich einer anderen Sichtweise eines Hannah Montana Kalenders widmete

Teddy, der stolzer Besitzer dieses Kalenders ist.

Henry, der den nötigen Hulk-Content zu Weihnachten hier reinbrachte.

Madse, der auch hier 2mal vertreten war. Einmal mit ruhigen Metal-Klängen, ein anderes Mal mit einer Sichtweise auf den Nutzen von Videos auf Blogs.

Patrick, der von seinem derzeitigen Helden berichtigt.

David, der von dem Zauber eines Krippenspiels erzählt.

Tobi, dem der Geschmack des Schnees immernoch verzaubert und der uns zu mehr Reallife auffordert.

Anne, die sich gerade fragt, was sie eigentlich später mal machen will und was sie gerade so in der Schule stresst.

Tao, the crazy chinese guy. Jede weitere Beschreibung überflüssig.

Fine, die sich ständig zwischen den Fronten wiederfindet, ob sie will oder nicht. 

Loisa, die hier mal die miesen Machenschaften der dresdner Postermafia aufdeckte.

Micha, der von seinen Seefahrten erzählt und was es in seinem Kopf so auslöste.

Juli, die den Adventskalender mit ein bisschen Menschenhass bereicherte. Naja, solangs hier keine Überhand nimmt. 

15 wunderbare Gastautoren, die nicht nur diesen Blog unglaublich bereichert haben. Vielen Dank. Es war ein erfolgreiches Projekt. Mal sehn. Der nächste Kalender kommt bestimmt.

Und nun noch die alljährliche Christenpower:


Die Liebe ist langmütig, 
die Liebe ist gütig. 
 
Sie ereifert sich nicht, 
sie prahlt nicht, 
sie bläht sich nicht auf
.
Sie handelt nicht ungehörig, 
sucht nicht ihren Vorteil,
läßt sich nicht zum Zorn reizen,
trägt das Böse nicht nach.
 
Sie freut sich nicht über das Unrecht, 
sondern freut sich an der Wahrheit.
 
Sie erträgt alles,
glaubt alles, 
hofft alles, 
hält allem stand.
 
Die Liebe hört niemals auf. 


Der erste Brief an die Korinther, Kapitel 13


Na, los HIMYM Fans! Schreit auf!

Und nun noch ein kleines Weihnachtsfilmchen. Das gleicht die Christenpower mit ein bisschen Boshaftigkeit aus. Ich weiß doch worauf ihr steht!


Happy Holidays from DANIELS on Vimeo.



via


So, dann wünsch euch ein frohes Weihnachtsfest und den ein oder anderen besinnlichen Moment.
Im diesen Sinne: Happy X-SMASH!

Donnerstag, 23. Dezember 2010

Türchen Nummer 23

Heute, bei meinem letzten Gasttürchen im Zuge dieses großartigen Adventskalenders, darf die Juli ran. Die Juli ist eine Komillitonin, die zwar kein Tier isst, Musik hört, die für mich nicht viel mit Musik gemein hat und die Gottseidank eine Menge Humor besitzt. Hatte schon so manch netten Plausch mit ihr und auch SMS-Streitereien. Ihr Blog hat bis jetzt eindeutig zu wenig Aufmerksamkeit. Dabei ist der echt gut, besonders weil sie Hardcore-untypisch sogar auf Deutsch rumkrakelt. Boah, ich hate gerade echt viel gegen Hardcore.... naja im diesen Sinne: Live for today, hope... ähhh Viel Spass!

Das Leben ist eben eines der härtesten.

Wie gern würde ich gerade ganz weit weg sein. Gar nicht mal unbedingt, wegen des künstlich ausgereizten Weihnachts-Vorfreude-Mist, diesen jämmerlichen Weihnachtsmarktfutzies, die es einen Scheiß kümmert, ob man seinen Zug noch rechtzeitig bekommt, um aus Weimar rauszukommen. Ich sehe, dieser Post hat jetzt schon eine bittere Wendung genommen, entschuldige Wilhelm.
Wie auch immer, es sind Ferien und ich hab, wer weiß was, besserer zu tun, als mir das Hirn über Weimar und seine ganzen Schlechtigkeiten zu zerbrechen. Da Kreativität nicht wirklich zu meinen Stärken zählt und ich gerade schnöde in meinem Bett liege, während ich diesen Post tippe, schreibe ich im Gegensatz zu meinen Vorrednern nicht über ein bestimmtes Thema, welches mir am Herzen liegt, sondern begnüge mich mit einem Gedanken, der mir gerade in den Kopf schießt. Kommasetzung gehört übrigens auch nicht zu meinen Stärken und ich bitte dies zu entschuldigen.
Vor ungefähr einen Monat hat unsere WG einen neuen Mitbewohner bekommen. Alex, ein eher unscheinbarer, aber dennoch sehr lauter Mensch männlichen Geschlechts, dem es weder peinlich ist, noch auf irgendeine Art und Weise kümmert, den ganzen verdammten Tag ein Pfeifkonzert höchster Klasse zu absolvieren. Man muss dazu sagen, ich hasse Menschen. Es gibt zwar kleinere Ausnahmen, aber im Grunde gehen sie mir auf den Keks. Alex, gehört allerdings zur Gattung „Warum können Blicke nicht töten“. Noch nie ist mir ein Mensch begegnet, der so ein unheimliches Hass-Potential hervorruft, wie er. Wirklich kein Wunder, dass er in keiner anderen WG genommen wurde. Wir hatten das Pech, die Rechnung ohne unseren Vermieter zu machen. Bei dem erkundigte sich Alex, einen Monat bevor meine damalige Mitbewohnerin auszog, ob den demnächst ein Zimmer frei würde. Und ehe wir uns versahen, stand Alex vor der Tür. Das ist wirklich schlimmer als jedes Christkind. Nun gibt es hier jeden Tag gebratene Eier, Summ- und Singsang sowie zahlreiche Aufführungen von „Ich und mein Kinderschlafanzug“. Und das noch ganze 3 Jahre, verdammt!
Falls jemand von euch besonders wirkungsvolle Taktiken der Mitbewohner-Austreibung, oder halt einfach einen Auftragskiller kennt...BITTE MELDE DICH!! 

 


Mittwoch, 22. Dezember 2010

Türchen Nummer 22

Damit wäre die GCC dann komplett. Heute darf der Micha von seinen Seemannsabenteuern erzählt. Boah, sorry war der Spruch billig. Im Ernst, Micha erlebt schon krassen Scheiß bei der Marine. Trotzdem werde ich mit diesem ganzen Armykram nicht warm. Kann er aber nix dafür. Und nun. Viel Spass!

Hey Leute,
vor gut einem Jahr bin ich von meiner ersten maritimen Reise zurückgekehrt. Die ersten Seemeilen waren abgerissen und ich fühlte mich richtig gut. Die Reise begann auf den Azoren.
1000km von jedem festen Land entfernt. Wir genossen die Segelvorausbildung bei angenehmen 20°C. Es war richtig schön da und nach dem Dienst gönnte ich mir auch das eine oder andere Bier in einer Bar.
Das schönste war ein Ausflug zu einem ehemaligen Vulkan und einigen Geysiren. Ich und eine Freund wurden den ganzen Tag von einheimischen geleitet. Die Reise fand in einem alten kleinen Fiat statt. Fünf Leute in so einem Auto und die Berge hoch...das Teil wäre fast zerfallen--> da kamen sofort Heimatsgefühle auf!!!

Der Abschluss war ein Essen mit Meerblick. Ich wollte irgendwas Typisches für die Azoren und bekam es auch...ich weiß bis heute nicht was es war!!! Aber der Ausblick war gigantisch. Wir sahen den Strand und kurz dahinter diese riesigen Wellen. Das war einer der Momente wo ich wusste dass ich bei der Marine richtig bin! Als wir dann endlich lossegelten begann der Alltag an Bord. Segelwache stehen(vergleichbar mit Schichtdienst), Unterrichte wahrnehmen, schlafen, essen und putzen!!!
Mehr gab es nicht zu tun:)

Als wir in Kiel ankamen war ich sehr froh. Die Reise war überstanden und mir hat es sogar großen Spaß gemacht. Die 12meter Wellen in der Biskaya gemeistert und die Kälte bezwungen. Ich fühlte mich richtig gut.
Als ich dann auch noch  meine wunderschöne Freundin und meine lieben Eltern wiedersah liefen mir fast die Tränen übers Gesicht.
Da weiß man erstmal was man an seinen Eltern hat:)
Fazit der Reise: TOP!!!

Vier Monate ging es schon wieder los...ein neues Abenteuer rief!
Ghana!
Ich war sehr viel nervöser als bei der Reise nach Portugal!!!
Es begann sehr schön. Ich saß im Flugzeug neben einem guten Kameraden und wir beobachteten die Landschaft unter uns. Die Alpen, das Mittelmeer und auf einmal nur noch gelbes Etwas...Die Sahara!!!
Als wir zum Landeflug ansetzten war klar dass wir in einer ganz anderen Welt landeten.
Erst in ca. 300-400 Metern Höhe sah man den Untergrund. Die Luftfeuchtigkeit war einfach erschlagend hoch!
Doch nicht nur das. Man sah nur zerstörte Gebäude und Sandwege, und das in der Hauptstadt!
Ich war das erste al geschockt aber machte mir weiter keine Gedanken.
Der nächste Schock für ein Dorfkind wie mich, waren die ganzen dunkelhäutigen Menschen! Ich bin kein Rassist aber es war trotzdem komisch nur dunkelhäutige um sich zu haben!!
Als der Bus losfuhr waren wir alle gespannt was noch kommen mag.
Wir sahen wie die dortigen Frauen ihr Geld verdienten und auch geteerte Straßen:)
Es war also halb so schlimm auch wenn die Frauen ein bisschen nervig waren. Jede 30Sekunden kam eine andere vor das Fenster und fragte ob ich ihr etwas abkaufe. Sie hatten alle riesige Behälter auf dem Kopf die mit Früchten gefüllt waren.
Wir fuhren weiter und es wurde dunkel(18:30). An jeder Ecke brannte ein Feuer und der Busfahrer fuhr wie der Henker!!!
Mir war unwohl! Als ich die Hafenanlagen sah und die Neonröhren des EGV's wusste ich wir sind gleich da und ich fühlte mich besser.
Der erste Eindruck war der Hammer.

Erst ein Tag auf dem Schiff und ich wollte schon Urlaub. Ich wollte unbedingt eine spezielle Tour mitmachen. Sie ging in den Urwald. Auf dem Weg dahin fuhren wir durch einige Elendssiedlungen und durch ein Fischerdorf das so ekelhaft stank das mir noch heute die Nackenhaare aufstellt!
Kurz nach diesem Fischerdorf gelangten wir in ein Ferienparadies! Wir saßen am Strand und genossen das Essen! Es gab sogar Bier und ich begann nachzudenken.
Warum gibt es hier solche enormen Disparitäten und warum sind diese Menschen so arm?? Liegt es an den Auswirkungen der Kolonialisierung oder gibt es andere Gründe? Wie kann ich diesen Menschen helfen?
Wir kamen zu einer Burg. Ich kaufte so viele Souvenirs wie ich konnte. Wahrscheinlich wollte ich mein Gewissen beruhigen. Ich war trotzdem in einem tiefen Tal.
Warum warum warum!?!?!
Ich hatte sogar fast vergessen mal meine Süße anzurufen. Wir waren an dem Tag der Tour ein Jahr zusammen. Sie saß in Forst in ihrem Zimmer und ich war in Ghana.

Ich dachte die ganze Reise über Ghana und die Zustände dort nach.
Es bedrückt mich noch heute!!!
Ich hätte heulen können als ich wieder auf dem Schiff war! Die Eindrücke waren einfach zu viel!!!

Ich sprach mit meinem Chef darüber und er erwiderte: Machen sie sich nicht soviel Gedanken. Die Menschen hier sind glücklich mit dem was sie haben. Sie brauchen kein Mitleid. Sie sind stolze Menschen!


Ob seine Argumente nun stimmen oder nicht, ich stelle mir trotzdem so einige Fragen: Was will ich erreichen in diesem Leben? Was ist Glück und wie erreiche ich es? Gibt es einen Weg auf dem wir entlang schreiten müssen?
Alles Gewissensentscheidungen die keiner so genau beantworten kann, denke ich.
Denkt doch mal nach und fällt eure Entscheidung!


Frohe Weihnachten

Dienstag, 21. Dezember 2010

Türchen Nummer 21

Loisa hat sich auch dazu hinreissen lassen hier was zu schreiben. Ihr eigener Bog läuft auch wiedermal ziemlich gut. Ich lauf ihr öfters mal über den Weg wenn ich in Forst bin, sei es beim Schuhe kaufen oder in der Bibo. Ich glaub sie steht auf mich..... und nun. Viel Spass!

Vielleicht erinnert ihr euch an die riesigen Poster, die Ken Follets „Die Säulen der Erde“ angepriesen haben. Ich wollte genau so eins. Hielt es für das optimale Weihnachtsgeschenk. In Dresden gab es eine gefühlte Million und deswegen schätze ich mein Vorhaben als realistisch ein.
JC Decaux steht an allem, was diese Bilder zeigt, also befragt ich das Orakel. Treffer!!! Ich schrieb eine Mail und beschrieb mein Anliegen. „Ich hätte gern eines dieser Poster und wie bekomme ich das?“

15 Minuten später hatte ich die Antwort. Jeden Mittwoch gibt es hier irgendwo in Dresden alle abgenommenen Poster umsonst. Großartig!!! Tagelang plante ich die Aktion „Weihnachtsposter“ wie eine Doppelagentin. Ich notierte meine Route und erfand einen plausiblen Grund 6.00Uhr mit dem Bus zu fahren. 7.00Uhr sollten die Türen geöffnet werden.
Ich saß voller Vorfreude im Bus und überlegt, ob drei Plastiktüten für das riesige Bild reichen würden.
Umsteigen und weiter. Das war ich am Ende der Welt. Selbst Forst hat bessere Gehwege als dieser Ort. Matsch, Regen, Pfützen und die falsche Richtung. Ich fragte eine Frau im Wohlfühlanzug.
7.10Uhr und ich bin endlich da. Stürme ins Gebäude und denke „Charlies Schokoladenfabrik“ für Poster zu entdecken. Ich blicke auf drei Kartons von denen zwei schon leer sind. Knie mich hin und versuche Himmel, Säulen oder sonst was zu erkennen. Zu spät. Ein Versicherungsvertreter lächelt mich an. Würde ich nicht schon knien wäre ich gern auf die Knie gefallen hätte die Hände zu Fäusten geballt und „NEEEEEEEEEIIIIIIIIIIIIIINNNNNNNNNNNNNNN!“ geschrien. Warum? Es kann doch nicht… es ist doch erst….

Ich konnte es nicht fassen. Mit leeren Plastiktüten wieder zurück und in die Uni, wo Mathe schon lange begonnen hat. In der Bahn sah ich jeden an und dachte:“Ja du hast dir alle Poster geholt, sie nach Hause gebracht und verkaufst sie jetzt im Internet.“ Ihr alle habt sie!!! Nur damit ich keins habe. Zehn Minuten können doch nicht über alles und nichts entscheiden…
Aber ich habe mir etwas anderes überlegt und das hab ich auch bekommen. Wäre ja auch zu schön, wenn mein Leben als Doppelagentin so enden würde.



Montag, 20. Dezember 2010

Türchen Nummer 20

Madse wollte mal wieder ran. Jetzt darf er. Und noch ne andere Sache. Ich hab genug Gastbeiträge bis zum 24. Aber weil ich hier sehe, wie gut ihr eigentlich schreiben könnt und vielleicht jemanden von euch noch was dringend  auf der Seele brennt, könnt ihr mir noch weiter Sachen schicken. Noch bis zum 31. Dann ist erstmal Feierabend damit. Sonst ist es doch zu ausgelutscht. Also dann. Viel Spass!
 
 
Die Videos und ich

Wenn ich mich hier so umsehe, ist bei so gut wie jedem Post/Türchen mindestens ein Video dabei. Aber kaum eins davon schau ich mir an.
Hab ich das Konzept von Web2.0 nicht verstanden, dass alle Medien zu einem einzigen Erlebnis zusammengefasst werden?
Bin ich altmodisch, weil ich am Rechner - bzw auf Blogs - lesen und nicht wie im Fernsehen alles vorgekaut bekommen will?
Oder bin ich einfach zu faul, jedes Video 3 Mal anzuklicken? (Werbeblocker/AutoplayPlugin von Firefox ausschalten, Starten, Pausieren zum Puffern)
Vielleicht reizt mich auch der Inhalt nicht, auch wenn dieses Lied oder jener Trailer dem Autor wahnsinnig viel bedeutet und möglicherweise die eine oder andere Erkenntnis für mich bereithält.
Aber ich bin ja auch nicht der Youtube-Schauer. Ich kann dem ewig vorm Rechner sitzen und Videos von ein paar Minuten schauen nichts abgewinnen. Bin warscheinlich zu sehr Zocker, da muss gefälligst was passieren, wenn ich schon an dem Ding sitze. Trotzdem schau ich eigentlich jeden Tag meine Ehrensenf-Folge. Ausgenommen die Strassenumfragen, da machen die Leute eh nur schamlos Eigenwerbung und es kommen keine interessanten Links.

Wie steht ihr dazu? Schaut ihr jedes Video, hört ihr euch jeden Song an? Wählt ihr aus? Oder geht ihr das Risiko ein, einen Inhalt zu verpassen, um ein paar Tage später festzustellen, dass ihr nicht up-to-date seit, obwohl ihr das Video schon mindestens ne Woche länger kennt als die Anderen, weil ihr ja eh total die Nerds seit?


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Mit freundlichen Grüssen
Madse
Abteilung 14

Sonntag, 19. Dezember 2010

Türchen Nummer 19

4. Advent. Erster Artikel einer FÖJ-Kollegin. Fine könnte einigen sogar bekannt sein. War mal mit mir in Forst zum Nachtrodeln und so. Ich war mal sogar kurzzeitig in sie verknallt, weil sie die Frau, die sich für Comicverfilmungen interessierte. Sie studiert nun in Cottbus und wohnt mit der tollen Steffie, einer weiteren FÖJ-Kollegin zusammen. Viel Spass!



„I am, what I am“!

Das ist wohl eher kein Advents-Weihnachts-Beitrag, aber es ist ein Beitrag und einer, der mich immer mal wieder beschäftigt.

Ich freu mich für all jene, die in dieser kalten Jahreszeit jemanden zum Kuscheln an ihrer Seite haben. Wenn man das Glück hatte wie ich schon vor der ersten Schneeflocke verlassen worden zu sein, kann man nur hoffen, dass es zum nächsten Winter etwas wird. 

Was für mich mit solchen Trennungen von lieb gewonnenen Menschen, die einen zwar mögen aber nicht lieben, einher geht, ist die Sinnkrise, die daraus entsteht. Die Antwort auf das „Wieso, warum, weshalb, was ist falsch an mir?“ sucht man schließlich immer erst bei sich. Und wieder mal steh ich alleine auf meinem Balkon und frage mich, wer bin ich, wer will ich sein oder bin ich die, die die anderen wahrnehmen und somit anders als ich denke?
Mein Problem an allem ist in den meisten Fällen, dass ich, wie man sagt, wohl keine Ecken und Kanten habe. Ich bin neugierig, interessier mich für alles, wenn auch nur um herauszufinden, ob ich mich damit weiter beschäftigen möchte. 

Schon in der Schule konnte ich alles gut, aber nichts besonders. Mathekönig, Deutschkenner, Geofreak, Sportass…das waren andere. Ich war überall 2. (außer Sport, da war ich immer eine der Letzten). Aber dafür wird man nicht ausgezeichnet. Ein zweiter Platz fällt keinem auf.
Mein Vorteil war, durch das große Interesse an allem, bin ich im Vergleich zu allen anderen Spezialisten leicht durchs Abitur gekommen.
Dann stand die Studienwahl an und ich stand vor einem Riesenproblem. Während andere sich freuten, endlich ihrem Talent und ihrer Leidenschaft nachgehen zu können, suchte ich ein Studium, bei dem ich auf möglichst wenig verzichten musste. Wer weiß schon, ob ich mich nach einem halben Jahr immer noch für das interessiere oder schon wieder für was anderes? Die Suche dauerte so lange, dass ich vorerst ein wenig mehr Zeit brauchte und deswegen ein FÖJ gemacht hab, in einer Einsatzstelle, die mehr als nur Besucherzentrum ist. Ich war Gärtnerin, Putzfrau, Hausmeisterin, Sekretärin, Naturschützerin, Köchin, Bäckerin, Pädagogin, Exkursionsleiterin, Seminarleiterin…Aber FÖJs sind zeitlich begrenzt und für die Ewigkeit ist das auch nichts, deswegen MUSSTE ich mich irgendwann entscheiden. Und ich hab es geschafft. Zurzeit studier ich Wirtschaftsingenieurwesen für Umwelttechnik an der BTU Cottbus. Wir sind cooler als die BWLer, weil wir nicht nur unseren Gewinn im Kopf haben und uns aufgrund von Desinteresse nichts anderes übrig blieb als BWL zu studieren (gibt vereinzelte Ausnahmen), sondern weil wir unsere Fähigkeiten und Fertigkeiten einsetzen, um die Welt ein Stück besser zu machen. Wir können Wirtschaft genauso gut wie Naturwissenschaften und Technik. Und weil wir so toll sind, kriegen wir massig Geld. Voraussetzung wir überleben das Studium. Von den 160 Studenten sind nur noch 110 übrig und das Semester hat erst angefangen. Karrieretechnisch konnte ich meine Vielfältigkeit also gut unterbringen und mit viel Glück, Talent und ausreichend Fleiß, lässt es sich später damit gut leben. 

Aber persönlich bin ich kein Stück weiter. Wenn man allen Eigenschaften ihr Gegenteil gegenüber stellen würde, stünde ich wohl überall in der Mitte. Wenn ich mir meinen Freundeskreis betrachte, sind da alle Interessengruppen vertreten: politisch Aktive, politisch Uniteressierte, Ökis, kommerziell Orientierte, Metaler, Chartshörer, Indiehörer, Stubenhocker, Weltreisende, Nerds, Computerunbegabte, ruhige Menschen, schrille Menschen….Und überall gehör ich dazu, fast. Den Ökos zu kommerziell, den Kommerziellen zu Öko, den Ruhigen zu aufgedreht, den Aufgedrehten zu ruhig, den Nerds zu normal, den Normalen zu nerdig…Eben überall zweite. Nicht, weil ich mir irgendwelche Hintertürchen aufhalten will, aber ich kann mich nicht für eine Richtung entscheiden, weil ich mich nicht gegen alle anderen entscheiden kann. Und das ist das Problem. Richtig zugehörig fühl ich mich nirgendwo. Aber nur zu einer oder wenigen Interessensgruppe gehören und dafür andere aufgeben, will ich auch nicht. Manchmal ist Vielfältigkeit statt Gabe eben auch Fluch, und deswegen mal ein Hoch auf die Einfältigkeit, sie erspart einem manche schwere Entscheidung sowie scheinbare Beziehungen und weitere Trugschlüsse.

Aber so bin ich nun mal nicht, ich bin alles und von allem etwas und das auch gerne, mal mehr, mal weniger. Denn jetzt kommt die Situation hinzu, dass man mir den Laufpass gegeben hat mit den Worten:„Du brauchst jemanden, der so ist wie du!“ Das geht nicht. Gerade in einer Beziehung braucht es Gegensätze, damit man nicht zu viel Zeit miteinander verbringt und sich irgendwann langweilt. Schließlich will man auch was lernen vom anderen, andere Welten kennenlernen. Aber wer ist mein Gegensatz? Eigentlich nur jemand, der sich für nichts interessiert und zu Hause die Wand anstarrt. Da fällt mir nur Bernd das Brot ein…Da Brote mit den obligatorischen „Traumprinzen“ nichts gemeinsam haben, heißt es warten und singen, wie Gloria Gaynor es tat: „I am, what I am!“

 

KEKSesserin 


"Boah, was für ein mieser Post." Wenn du gerade diese Gedanken beim Lesen hast, dann machs einfach besser! Schreib mir deinen Post und ich werde ihn hier im Laufe des virtuellen Adventskalenders veröffentlichen. Schreib einfach ne Mail mit deinem Post an ringvernichter@gmail.com. Werde Teil des Kessels. Werde Teil eines Weihnachtswunders. Hab Spass!

Samstag, 18. Dezember 2010

Türchen Nummer 18

Manchmal da möchte ich einfach nur ein Beschützer sein. Ich möchte Freunde davor beschützen Angst zu haben. Ich will sie vor Fehlern schützen. Ich will Leute vor der Trauer schützen. Lasst mich euch schützen. Meine liebsten Helden, sind die, die sich aufopfern.






















Meine Stadt Forst hat nicht den besten Ruf. Eine sterbende Stadt. Grau. Hoffnungslos. Doch je länger ich fern ab von Forst lebe, desto mehr merke ich, dass ich mit dieser Stadt verbunden fühle. Diese Stadt hat mich aufgezogen, mit all ihren verrückten tollen Charakteren. Hier läuft natürlich vieles falsch, und trotzdem schaffen es die Jugendlichen hier tolle Eigenarten zu entwickeln. Als ich gestern abend auf der Party des 13. Jahrgangs war, musste ich an diesen Vorstellungen zweifeln.

Bevor ich mich dahin aufmachte, fragte ich noch Jonas, ob er auch kommen will:

ringvernichter17.12.2010 20:48
heute abend metallbau´?
Alpa Chino17.12.2010 20:48
nee ich komm nich dahin
ringvernichter17.12.2010 20:48
willst darfst oder kannste nich
Alpa Chino17.12.2010 20:50
wollen.. hab nich so lust mich von irgendwelchen kettentragenden faschos belabern zu lassen.. hab bisher nur schlechte erfahrungen mit diesem discozeug.. aber zu euer jahrgangsparty komm ich ;-)
ringvernichter17.12.2010 20:51
naja ich werd mal gucken gehen wer so da ist. wenns zu krass wird hau ich ab.
ringvernichter17.12.2010 20:51
schade. haben die mitterweile echt son status, dass die leute vergraulen
ringvernichter17.12.2010 20:51
ich kannte die anfangs noch als minderheit
ringvernichter17.12.2010 20:53
najuti dann mach dir trotzdem noch nen schönen abend. man sieht sich. ich sag nur nachtrodeln.
ringvernichter17.12.2010 20:53
bis dann
Alpa Chino17.12.2010 20:53
ja das hat sich verschlimmert!
ringvernichter17.12.2010 20:53
fuck


Und so machte ich mich auf den Weg zum Metallbau. Ich hab schon erwartet ein paar Faschos anzutreffen. Sie waren immer dabei. Aber sie waren immer nur eine Minderheit. Eine Minderheit die zwar von mir nicht gern gesehen war, aber meistens nicht weiter die Party beeinflusst hat. Und das Gespräch mit Jonas machte mich nachdenklich. Und ich ging mit einer bestimmten Einstellung zur Party. Ich fühlte mich wie der Protagonist in einem dieser Filme, wo er seit langer Zeit in seine Heimatstadt kommt und dann sieht was fürn Drecksloch draus geworden ist. Irgendwie war ich aufgedreht. Ich nahm mir vor wenigstens die Faschos mit bösen Blicken und so zu strafen. Zur Einstimmung hörte ich auf den Weg dorthin ein bissl Kanye. Und was wurde aus meinen Versprechungen? Gleich am Eingangstor stand ein ehemaliger Klassenkamerad, der auch er dem rechten Lager zuzuordnen ist.

Und wie war meine erste Begegnung mit dem rechten Lager?

"Na, Willi wie gehts?"

"Joa, ganz gut. Ist schon viel los?"

"Ne, noch garnix, trinken wir nacher einen zusammen?"

"Na,klar."


That´s why I never be a hero....


Und es war wirklich noch nicht viel los. Aber Henry war schon da und wir laberten. Und plötzlich kamen sie. Es waren nicht nur die üblichen 5 Mann. Es waren dutzende. Immer mehr kamen dazu. Und gegen 12 kam mir die Erkenntnis. Aus dieser Minderheit wurde das allgemeine Bild des Forster Jugendlichen. Na, klar waren auch nette Leute dabei. Aber wir waren in der Unterzahl?

Und wenn ihr jetzt mit Argument kommt, aber die waren doch friedlich, dann hier noch ein paar Anekdoten.

Als ich einen von den Frage, warum seine Hand eingegipst sei, sagt er nur: "Bin unglücklich gefallen... belassen wirs dabei"


als Teddy kam, bin ich auf ihn zugerannt und bin dabei durch die Massen gedrängelt. Teddy meinte danach zu mir, das hätte einige böse Blicke auf mich gezogen. Merke! Nazis sind wie Raubtiere. Keine schnellen Bewegungen!


Apropos Raubtiere, die dazugehörigen Mädels trugen schätzungsweise den gesamten Leopardenbestand Afrikas als Oberteile. Ich lege große Hoffnungen in diese Frauen. Sie können diese Bewegung aufhalten. Wenn die Irgendwann sich gegenseitig hassen und sich die Typen ausspannen wird sich hoffentlich diese Kameradschaft in den Abgrund stürzen.


Ich hab an dem Abend die unterschiedlichsten Geschäftsideen entwickelt. Von Partyfotos an die Antifa verkaufen, über Prügeleien filmen und unter dem Namen "Nazis gone wild" zu verkaufen und Führungen zum Gedenkstein der Forster Synagoge anzubieten. Ich habe diese Späße gemacht um meine Machtlosigkeit zu überdecken. Was wurde aus meinem Gotham City? Sehen so jetzt alle Partys aus in Forst? Ist dass das Bild der Jugend? Ich weiß, ich hatte dieses Thema schonmal. Aber damals zeigten sich zwar die Nazis viel öffentlicher, aber nicht so groß von der Anzahl her. Gestern waren soviele Faschos da wie noch nie. Wäre des ne Geburtstagsparty von einen von den gewesen, oder die Record-Release Party von Prussian Blue hätte es mich ja nicht gewundert. Aber verdammt nochmal! Das war die offizielle Party des Abiturjahrgangs!


Ich hab gestern abend sogar geplant mal mit nem Mädel rumzuknutschen, aber der Perosnenkreis hat mir den ganzen Abend versaut. Teddy nahms nicht so eng, er tanzte ausgiebig und war gut drauf. Er meinte auch zu mir, ich solle mir nicht so ein Kopf drüber machen, und mich lieber über die Leute freun die ich mag. Aber ich kann bei solchen Partys sowas nich. wir Nerds sind schon immer die Aussenseiter. Aber bei meinen alten Partys wars den Leuten egal. alle waren gut drauf und auf der Tanzfläche tanzten Hardcorepeople mit Tussis und Nerds. Gestern abend hatte ich Angst überhaupt Leute anzurempeln. Falscher Blick zur falschen Zeit und du hast dir nen Feind gemacht.


Trauriger Höhepunkt des Abends: Hitlergruß während KlingKlang von Keimzeit gespielt wurde. Mein Songwunsch des Abends war "Schrei nach Liebe." Er wurde nie gespielt.


Um 3 bin ich dann nachhause gelaufen. Vollkommen fassungslos. Das wirklich traurige an diesem Abend waren nicht die Massen an Nazis, sondern wie der Rest drauf reagiert. Es ist ihnen egal. Es ist Alltag hier geworden. Warum muss Forst plötzlich das Klischee erfüllen? Warum hat dieses Pack mittlerweile so nen Status, dass Leute wie mein Cousin keinen Bock mehr haben auf Partys haben, weil man auf die Typen treffen könnte. Wäre ich Bruce Wayne, würde ich heute Abend in mein Kostüm schlüpfen und in der Stadt und auf den Dörfern ein paar Clubs einen Besuch abstatten. Dafür sorgen, dass ihnen klar wird, dass diese Stadt nicht ihnen gehört und niemals gehören wird. Aber ich bin nicht Bruce Wayne. Ich bin nur ein Typ, dem das all egal sein kann, weil er hier eh nicht mehr wohnt. Ist es mittlerweile so krass hier, dass man nur noch zwischen Park 7 und Dorfclub wählen kann?


Wenn die Nazis von ihren Dörfern nun in die Stadt ziehen und wahrscheinlich hier schon mehr rekrutieren, als dass es die Linken können, dann wird dass hier noch alles sehr unschön.


Forst, was hat dich bloß so ruiniert?

Freitag, 17. Dezember 2010

Türchen Nummer 17

So. Mein erster Gastartikel eines Komillitonen. Und mein erster Gastartikel eines Chinesen!! Tao, von mir nur noch crazy chinese guy gerufen, erzählt uns heute von seiner Sicht auf Weimar und Co. Ich hab beim ersten Mal durchlesen gelegen vor lachen. Und zur näheren Erklärung: Mit Podcasts sind meine Radiosachen gemeint, die ich Tao zur Verfügung stelle. Den eins hab ich erkannt. Wenn die Asiaten uns mit Markenplagiaten überschwemmen, dann überschwemm ich die Asiaten mit Comedyplagiaten. Also mit mir. Und nun. Viel Spass.  


Hallo zusammen! Ich heisse Wutao Wen(oder einfach Tao) und bin aus Chengdu, China hergekommen. Ich studiere jetzt mit Wilhelm oder besser Ringvernichter in Weimar Medienkultur. Es ist für mich schon ein bisschen peinlich hier was zu schreiben, aber egal niemand kennt mich hier außer Wilhelm und Henry .

Zuerst möchte ich einbisschen über meine Heimat Chengdu erzählen. Chengdu ist die Hauptstadt von Sichuan, Heimat von Pandabären und eigentlich Taoismus auch. ;) Dort hab ich 3 Jahre Germanistik studiert und jetzt fange ich mit meinem 2. Studium hier an. Warum Weimar? Weil fast jedes Cover meiner Lehrbücher fast so aus sehen
Und die Portrait ist eigentlich in Weimar.

Ich bin schon seit 2 Monaten hier in Weimar. Das Essen ist schön hier. Bratwurst, Katoffelnpüre, Bier, Schnapps sind grossartig. Und die Leute sind ganz nett und lustig. Da ich aus China gekommen bin, haben sie manchmal diesen Spionscherz auf mich. Letzte Woche hab ich Max in Supermarkt getroffen. Er hat ganz laut geschrien, ich weiss genau was du von mir ausspionieren willst und ist plötzlich weggegangen. And then the other ppl in the supermarket started to look at me like I'm from another planet. Das war peinlich aber ganz lustig,haha. Aber ehrlich, die Spionen sollen meiner Meinung nach ein ganz normales Gesicht haben. An attractive guy like me will unfortunately get too much focus lol. ....
Naja das Leben im Ausland ist manchmal auch schwierig. ( So ist das Leben.. SO HARD) ;) Hier in Deutschland lerne ich nicht nur Deutsch sondern auch Kochen, Selbsthaareschneiden, das kappute Fenster verdichten, aus einem Haus in Brand wegzulaufen ( bin heute morgen von Feueralarm geweckt wahrscheinlich hat jemand wieder vergessen, die verdammte Brandschuztür zu schliessen..ach it's a long story) .
Jetzt was über Wilhelm. Er ist ganz lustig. Mein Deutsch ist schlecht ist kann nur ein Wort über ihn und zwar hahahahahhahahahahhahahahahhahahahahhahahahaha. Ich habe seine Podcast und Kurzfilme nach geschickt also er ist schon in der Showbusiness in China aufgetreten und ich bin der Manager, ich bin sicher er wird später ein Star werden.

Und zum Schluss wünsche ich euch vorher frohe Weihnachten. Und auf chinesisch sieht der Satz so aus.

 


"Boah, was für ein mieser Post." Wenn du gerade diese Gedanken beim Lesen hast, dann machs einfach besser! Schreib mir deinen Post und ich werde ihn hier im Laufe des virtuellen Adventskalenders veröffentlichen. Schreib einfach ne Mail mit deinem Post an ringvernichter@gmail.com. Werde Teil des Kessels. Werde Teil eines Weihnachtswunders. Hab Spass!

Donnerstag, 16. Dezember 2010

Türchen Nummer 16


Anne. Ach, Anne. Vor knapp 2 Jahren hab ich dich kennengelernt. Warst aufeinmal bei unseren Partys am Start. Dabei warst du doch gerade mal 11. Klasse. Ich hab immer deinen Stil gemocht. Immer sehr schick, aber nie ganz H&M Hipsterchick. Du warst in Kanada! Und zum besseren Verständnis. Anne spricht hier hauptsächlich meinen Jahrgang an. Von wegen 2 Jahre zurück und so. Aber ihr versteht des schon. Viel Spass!

„Alle Jahre wieder….“


Als ich Willis Aufruf gelesen habe, dachte  ich „tolle Idee“. Und dann kam nichts mehr. Nur Leere. Kein Geistesblitz was ich zu diesem Blog beisteuern könnte. Und jetzt denke ich: begebt euch mal auf eine kleine Zeitreise. Denkt mal zwei Jahre zurück. Bäääm, ihr seid in meinem Leben.
Draußen schneit es, eigentlich will man die Vorweihnachtszeit genießen, doch es herrscht Vorabistress. Drei Klausuren werden in der Aula geschrieben- und ich habe SCHEIßPLÄTZE. Ganz vorn. In der Ecke. Das einzige was ich sehe ist die Uhr. In Mathe legt sie einen Sprint hin, in Deutsch will sich der Zeiger nicht fortbewegen. Ihr könnt  euch daran erinnern? Super. 

Das Weihnachtskonzert rückt näher, und damit auch die alljährliche Freude auf Frau Hentschels Klavierkünste. Und ja es gibt auch einen Tannenbaum bei Vertretungsplan-aber er war noch nie so hässlich, Schief und mit mehr Lücken als Zweigen. Auf was kann mich sich dieser Tage freuen? Auf die Sek II Party im Metallbau. (17.12.2010) Oja, werden dabei nicht feucht fröhliche Erinnerungen wach? Flyer müssen gedruckt und verteilt werden….Doch mittlerweile ist man auf die jüngeren, partyfreudigen Leute angewiesen-bei einem Jahrgang von 61 Leuten. 

Am letzten Wochenende hatten wir das unglaubliche Glück bei der Obi-Inventur dabei zu sein. War das nicht schön!! Ihr glaubt gar nicht was es für eine ungemeine Auswahl an Müllbeuteln gibt!!(Oder doch, vielleicht hatten einige auch das Glück sie mit diesem Zähldings zu erfassen.) Was ist sonst so los im aktuellen 13. Jahrgang? Yeah, wir organisieren den Abiball (mit 61 Leuten wenn es gut läuft) Die Dekogruppe malt fleißig, ich sau mir jede Woche ein neues Oberteil ein, oder schneide mit dem schönen Kuttermesser in den geheiligten Linoleumboden. Ich weiß nicht was die Programmleute veranstalten, auf jeden Fall wird bisher noch kein spektakulärer Bauchtanz einstudiert. Und ich bin auch gespannt was Herr Röger in seiner Rede aus dem Motto „Cabisino-Wir pokern um jeden Punkt“ macht.(Das wurde in einem dreigängigen Wahlgang ermittelt, ist schon schwer sich bei 61 Leuten zu einigen). Aber es wird T-Shirts geben. Ich glaub das ist das einzige was läuft! Und jeder könnte 3-5 Personen mitbringen. Unglaublich oder? Ja, vielleicht werden es auch  noch mehr- Frau Mantwill erzählte uns nämlich heute, dass viele Lehrer überhaupt nicht gut auf unseren tollen, großartigen Jahrgang zu sprechen seien. Es gibt wohl unter den Lehrern ernsthafte Diskussionen, nicht zum Abiball zu erscheinen. Wo gibt es denn sowas? Schade ich habe mich doch schon auf Samtkleider und Roben gefreut, die die der Schüler(innen) übertreffen. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, Herrn Röger noch mal „Twist“ tanzen zu sehen. Ich habe euren Abiball miterlebt und ich habe beim letzten gekellnert – zwei Vergleichsmöglichkeiten. Der Abiball 2011 wird es schwer haben mitzuhalten, und die MZH wird leer sein, sehr leer. 

Was habt ihr noch gemacht vor zwei Jahren? Langsam begriffen, dass die Anmeldefristen für Duale Studiengänge vorbei oder in bedrohlicher Nähe sind? Schon zu den Sommerferien steckte mir meine Mutti dezent eine „ZEIT-Studienführer“ zu. (Vielleicht ganz gut da diese überaus informative Berufsberatung morgen wegen Krankheit ausfällt). Dieser Studienführer jedenfalls macht mir tierisch Angst. Alle Berufe/Studiengänge die ich interessant finde, sind kaum gefragt. Habt ihr Würfel geworfen um euch zu entscheiden? Man kann ja wirklich ALLES studieren, woher soll ich denn wissen womit ich mal Schwerverdiener und wunschlos glücklich werdeJ. Oder will ich überhaupt studieren? Und wo? Und wann verdammt noch mal? Will ich nicht erst mal ein Jahr um die Welt düsen, oder ein Paar Monate Au-Pair sein? Leider bin ich satte 20, wenn ich mit dem Abi fertig bin( mit 7 eingeschult). Andere werden gerade 18/19. Ich finde das deprimierend! Und dann diese Leute die auf einmal ständig fehlen. „Der ist beim Vorstellungsgespräch/Probestudium/Einstellungstest/in der zweiten Runde/quasi nächster Firmenchef….

Naja was soll‘s, Frau Grabau wird weiter durch die Cafeteria brüllen( auch wenn die liebe Frau Humper nicht mehr da ist.) „Fronter“ ,das neue interne Schulnetzwerk, erobert stetig die ganze Lehrerschaft. Was wird bloß aus den schönen roten Fächern in der 200? Schneebälle werfen ist immer noch verboten. Ich vergesse, dass  jetzt auch dieses komische schwarze Brett neben dem Vertretungsplan Bedeutung für mich hat. Wusstet ihr, dass dieser seltsame Tisch in der 300 manchmal tatsächlich interessante Infos bereithält? Ach noch eine Veränderung gibt es- bei Frau Blasj….wird tatsächlich hospitiert. Ja, wirklich. Herr Röger saß zwei Wochen im Französischunterricht (seitdem ist sie krank). Und wir haben eine Medien-AG. (Hallo Henry) Und komische Planeten auf dem Schulhof, aber das dürftet ihr glatt noch miterlebet haben.
Auch wenn ich mich jetzt aufrege, weiß ich, dass ich die Zeit vermissen werde. Und das sie ganz schnell Vergangenheit ist. Etwas woran man sich mit gewisser Melancholie erinnert.
Und am Ende noch ein kleiner Musiktipp. Vielleicht kennen sie die einen oder anderen. „Mumford and Sons“ – toll für diese Stimmung!

 

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Mittwoch, 15. Dezember 2010

Türchen Nummer 15

Als ich diesen Post von Matti lesen durfte, blieb mir kurz der Atem weg. Im Internet merke ich, dass der Typ eigentlich viel tiefsinniger ist, als ich viele Jahre dachte. Er interessiert sich für die strangesten Universumstheorien und macht sich über Dinge Gedanken, wo ich glaubte, dass er dafür zu engstirnig wäre. Es beschämt mich ein bisschen, dass ich in solchen Sachen Matti unterschätzt habe. Seine Artikel strotzen vor Herzblut und Ehrlichkeit. Matti, ein Rat. Mach einen Blog auf, oder geh erstmal zu Xesier. Du hast was zu sagen, und das ist keinesfalls dumm, oder uninteressant. Und nun. Viel Spass...


So this is Christmas…

… and what have you done?

Diese Frage beschäftigt mich mehr denn je. Klar hab ich mir auch schon früher Gedanken darüber gemacht, aber erst, seit dem ich studiere, begreife ich diese Frage ein wenig mehr.

Was, verdammt noch mal, tue ich hier eigentlich? Und ich meine jetzt nicht, dass ich mein Studiengang nicht sinnvoll finde, oder wenn ich mich erwische, wie ich einen diskriminierenden Witz erzähle.
Nein, ich denke über meine Rolle in der Welt nach. Was ich erreichen möchte, was ich auf diesem Planeten hinterlassen möchte, wenn ich einmal nicht mehr bin? Und auch diese Frage ist nicht ganz treffend formuliert. Denn ich weiß eigentlich, was ich erreichen will. Die nächste Frage, die zustellen ist, wäre wie. Auch hier kann ich mir (noch) einige Antworten ausmalen. Soweit, so gut. Aber was habe ich bis jetzt dafür getan? Was berechtigt mich, die Antworten auf die Fragen weiter zu verfolgen?
Antwort: Nichts!

Und jetzt kommt die schwierigste, fieseste, ergreifendste und hartnäckigste Frage:

WARUM???

Ein treffendes Beispiel: Willi hatte hier vor einer Weile zum Spenden gebeten. Gedanklich waren schon 50€ überwiesen. Ich vertraue Willi und wenn er sagt, dass Geld kommt an und hilft, dann zweifle ich da nicht dran. Aber bis jetzt habe ich es nicht fertig gebracht meinen Hintern aus dem Sessel zu heben und eine Überweisung zu schreiben. Es gibt keine trifftigen Gründe für mein Nicht-Tun, nur Ausreden. Also, warum?

Als ich mit dem Studium angefangen habe, und wusste, wie viel man als Diplom Chemie-Ingenieur verdienen wird, habe ich mir etwas geschworen. Für jeden größeren Luxus, den ich mir kaufe, spende ich den Betrag des (überflüssigen) Preises. Das heißt, wenn ich mir ein Sportwagen für 50.000€ kaufe, obwohl ein kleiner für 15.000€ auch reichen würde, spende ich 35.000€. Mir wurde schnell klar, dass ich das nie durchhalten würde und sooo gut wird der Lohn dann doch nicht ausfallen.
Ich steckte mir ein kleineres Ziel. Ich plane, etwas für Obdachlose zu tun. Ein Heim und im Winter kostenlose Handschuhe und Mützen…
Aber wer, wenn nicht ich, kann mir garantieren, dass ich nach dem Studium, in einem Jahr, in ein paar Monaten, ja sogar nächste Woche noch das Ziel vor Augen habe? Und vor allem, wer beschützt mich vor der Frage „warum tue ich nicht mehr?“?

Ich habe ein Lieblingsweihnachstlied. Meine bevorzugte Version ist die von den Roten Rosen, aber als ich den Titel bei YouTube eingab, fand ich das:




Anmerkung vom ringvernichter: Zum besseren Verständnis. Mattis Orginallink ist der. Liess sich leider nicht einbetten.


Irgendwie trifft es sich, dass dieses Lied aus John Lennon’s Feder stammt…
Es ist nicht das originale Video, aber das Video trieb mir Tränen in die Augen. Warum tue ich nichts gegen diese Ungerechtigkeit, gegen die Armut, gegen dieses Leid? Man könnte, wenn man wollte. Ich könnte, wenn ich…wollte? Ich will ja…

Aber wie kann ein einzelner Mensch, wie kann ich, etwas so großes bewegen? Diese Frage zeugt eigentlich von Egoismus und Eigennutz. Wenn man auch nur einem Menschen helfen kann, sollte man das tun, auch wenn sich keiner danach an dich erinnern wird. Warum dann eigentlich dieser Wille, gleich alles ändern zu wollen? Reicht es einem nicht, ein glückliches Gesicht zu sehen?

Ich beneide Leute wie Maria… Dieser Ehrgeiz fehlt bei mir und ich schäme mich dafür.

Das ich vorhin Willi mein Vertrauen aussprach, war eigentlich auch überflüssig. Viele zweifeln, ob das gespendete Geld ankommt, haben Angst, über den Tisch gezogen zu werden. Nur, die meisten Leute fahren auch tanken, kaufen Butter, Musik, Kleidung, gehen Arbeiten… Da wird man doch pausenlos über den Tisch gezogen. Warum dann also bei Spenden skeptisch sein? Weil man es da nicht merkt?
Sollte ich nicht das Risiko eingehen, dass sich jemand mit meinen gespendeten 50€ einen bunten macht, als sie für irgendwelchen Schnickschnack auszugeben? Wie schnell sind 50€ versoffen, verpufft, verbrannt, vergessen, ins Kino investiert… und wie viele arme Kinder kann man damit versorgen, in die Schule schicken, wie vielen Obdachlosen Handschuhen kaufen…?

Ich weiß es nicht. Ich weiß es einfach nicht.

In dem Sinne: Frohe Weihnachten


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Dienstag, 14. Dezember 2010

Türchen Nummer 14

Heute schreibt Tobias. Die wenigsten von euch werde ihn kennen. Er ist der Bruder von Thomas und damit mein.... ähhh Schwippschwager? Keine Ahnung. Wird Henry wieder klären mit seiner "Wir sind alle Tanten-Onkels-Theorie." Und nun. Viel Spass!


Ich sitz am Tisch.
Ist das nicht mal ein unprätentiöser Anfang für einen literarischen Text, welcher ein blog ja nun mal darstellt. Nun gut - es auszustellen, wie verdammt cool unprätentiös das ist hat natürlich wiederum etwas ziemlich prätentiöses. Aber es ist die Wahrheit - nackt, frierend, for real, mit zero Verschnörkelung - die Wahrheit, der ich mich als Gastautor eines Blogs natürlich verpflichtet sehe. Was denn sonst ist der Sinn des Schreiben eines blogges?! Wir wollen Wahrheit - das wahre Leben - dem Kern auf den Grund kommen - down sein mit der Wirklichkeit - Strassenglaubundsehenswürdigkeit, Alter. Ich sitz also am Tisch vor mir der Klappcomputer mit dem angefressenen Apfel. Warum ist der eigentlich so angefressen? Dahinter geht grad die Sonne überm Balkon auf und scheint mir just in diesem Moment frontal in die Pupillen, die daraufhin dermaßen zusammenziehen, dass ich kurzzeitig nicht mehr richtig sehen kann.

Ich tippe also blindlings auf der Tastatur herum und hoffe es findet sich nachher auch ein Text auf dem Bildschirm und nicht nur ein Sammelsurium von Buchstaben, die eher an eine verschüttete Tütensuppe, als an einen literarischen Text, welcher ein blog ja nun mal ist, gemahnen. Letzte Woche stand ich auf dem Hof und blickte in den Himmel, aus dem im dicken Flocken der Schnee herab geschneit kam. Jeder Europäer kennt das Vergnügen, den Mund zu öffnen und Schneeflocken mit der Zunge aufzufangen. Genau das. Dieses gute alte SchneeflockenmitderZungeauffangen. Es kostet nichts und tut so gut. Deshalb mein ganzherzig gut gemeinter Rat junger Mann, junge Frau: Wenn der nächste Schnee fällt, dann bleib nicht vor dem Ofen hocken. Nimm die obligatorischen Jacke, Schal und Mütze, fakultativ Handschuh dazu und raus in die weiße Wunderwelt des halbgefrorenen Wassers oder was ist Schnee eigentlich? Egal was es ist solange es dich glücklich macht - also: Mund auf, Augen zu - denn etwa 36 % der ins Gesicht stürzenden Schneemassen fallen ins Auge und verursachen dabei ein ekliges Augengefühl, dass sich nur mit dem Wort Bäh annähernd beschreiben lässt... Also: Mund auf, Zunge raus und genießen. Ja Genuss!! Genuss ist gut. Hört auf euer Bauchgefühl, ihr jungen Hüpfer, der Bauch lügt nicht. Denn auch der Bauch ist der Wahrheit verpflichtet. Deshalb stimmt der schmalzhalzige Satz: "Man sieht nur mit dem Herzen gut" aus dem achsoschöhönen Buhuch "der kleine Prinz" keinesfalls. Man sieht vor allem mit den Augen gut - wenn man noch gut sehen kann. Ansonsten vielleicht mit der richtigen Brille oder den Kontaktlinsen. Der Bauch jedoch ist das Zentrum des Gefühls. Übrigens: je größer der Bauch, desto gefühlvoller der Inhaber (--> siehe Meat Loaf, siehe Buddha, ect...)

In die Schneeflocken schauen, während sie zu Boden gleiten, hat auch seinen ganz eigenen Reiz. Abgesehen von den erwähnten Gefahren des eklige Augengefühls kann man dabei eine verzückende Beobachtung machen. Wenn die Flocken besonders groß sind und ein leichter Wind geht und sie vor allem auf einem zugeschwebt kommen - das ist wie 3D-Kino nur das es echt ist und man nicht sitzen kann. Ihr solltet euch das mal anschauen Kinder - wirklich nicht zu überbieten. Ich hab im gerade dahinscheidenden Jahr ein paar 3D Filme gesehen als da wären: Alice wiedermal im Wunderland, natürlich der Avatar (aber der Blaue ohne Pfeil auf dem Kopf) und My bloody Valentine 3D (O.M.G.) - Ich muss mal sagen das ist schon witzig bisweilen, sehr unterhaltsam und auch mal ziemlich verstörend (die Spitzhacke des psychotischen Bergarbeiters, die einem das Auge des bemitleidenswerten Nebendarstellers mit 3 Satz-Repertoire direkt vor das geneigte Zuschauerauge knallt - ähm naja) Aber gegen die Wirklichkeit der Schneeflocken, gegen die Realness der Witterung aus Flocke plus Wind plus Kälte, die in der Gesamtheit eine wahrhaftigere Gänsehaut evozieren als jeder schlechte Schocker aus dem Cineplex, dagegen stinkt 3D im Kino nicht an. Da stinkt 3D im Kino aber so was von ab. Also Jungspundinnen und Jungspunde - geht mal raus. Stellt euch mitten in das meteorologische Treiben und werdet down mit dem Winter. Mein Bauch fühlt mit euch allen!
Macht es gut - euer Tobias Quander



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Montag, 13. Dezember 2010

Türchen Nummer 13

Die Wesen in mir

Ich bin gerade sehr wirr im Kopf. Gestern abend, wäre ich bald vor plötzlicher Zukunftsangst auf der Straße zusammengebrochen. Heute habe ich ein reges Selbstgespräch mit mir auf offener Straße geführt und bin öfters in lautes Lachen ausgebrochen. Ich habe viel über mein Wesen nachgedacht. Ich merke dass ich mehere Wesen in mir trage. Vielleicht geht es euch auch so. Sobald ich allein unterwegs bin falle ich in meine Traumwelten. Manchmal werde ich so nachdenklich, dass es mich betrübt. Ich überdenke gerade viel von mir selbst. Sobald ich mit meinen Komillitonen zusammen bin, laber ich wieder ganz normal, mache meine Witze. Und es ist keine Maske. Es ist nicht so, dass ich nur ein Schauspieler bin und eigentlich innerlich total betrübt bin. In diesen Momenten bin ich einfach gut drauf. Ich trage mehrere Wesen in mir.

Manchmal bin ich unglaublich wütend. Wütend auf mich. Wütend auf diese Menschen da draußen. Manchmal lass ich diese Wut an den falschen aus. Ich merke wie ich jeden Sonntag in Forst angepisst bin, weil ich wieder diese nervig lange Fahrt nach Weimar vor mir habe. Und dann lasse ich diese Wut an meiner Mutter aus. Weil sie die gutmütigste von uns ist. Ich gebe schnippische Antworten und reagiere übertrieben zynisch. Und dass hat sie nicht verdient. Und wenn ich mir dessen bewusst werde, dann werde ich noch wütender. Wütender auf mich.

Ich erzähle oft von meinen Kopfgeschichten. Von den Helden, die ich mir vorstelle wenn ich allein durch die Gegend laufe. Und wahrscheinlich hört es sich witzig an. Ich hab hier in Weimar einen Schuljungen gesehen der fechtend durch die Gegend lief. Und ich mach nichts anderes. Nur passiert alles in meinem Kopf. Manchmal auch unterstützend durch Fingerarbeit. Letztens dachte ich darüber nach wie lächerlich dass alles scheint. Aber es ist unheimlich wichtig für mich. Es ist meine Art der Alltagsmeditation. Ich werde euch die nächsten Tage mal von meiner ersten Geschichte erzählen. Diese Geschichte lief in meinem Kopf über 5 Jahre lang. Sie wird ziemlich halbgar erscheinen. Voller Klischees. Aber natürlich ist es voller Klischees. Ich habs mir mit 11 Jahren ausgedacht. Und natürlich dürft ihr das Belächeln. Aber macht euch bitte eins bewusst. Ich eröffne euch damit einen wichtigen Punkt meiner Kindheit. Damit hab ich mir meine Welt erklärt und auch kompensiert.

Wenn ich Leuten davon erzähle, dass mein Kopf gerade am Durchdrehen ist, dann sind sie besorgt. Sie denken ich wäre nur traurig, oder sogar depressiv. Aber ich bin nur verrückt. Ich springe von dummglücklich, zum Philantrophen, zum Zyniker. Manchmal mehrmals am Tag. Ich denke nichtmal dass es mich zu was besonderen macht. Ich glaube wir alle machen es so. Nur unterschiedlich stark.
Ich höre in letzter Zeit viel Wir sind Helden. Daher für euch.



Ich hab keine Gastautoren mehr im Petto. Ich bitte euch. Die nächsten Tage sind stressig bei mir. Angeblich soll ich Dienstag hier endlich Internet kriegen. Ich trau dem Frieden nicht. Und wenn ich mir schon was wünschen will, dann wünsch ich mir hier mehr Frauen. Schreibt. Bitte.


"Du bist so ein toller Mensch und sei ein bisschen mehr stolz auf dich und stell dich nicht immer mit anderen auf eine Stufe und vergleich dich!"  Das gilt für uns alle. Kein Wettbewerb. Kein Gift unter uns. Gute Nacht.