Dienstag, 21. Dezember 2010

Türchen Nummer 21

Loisa hat sich auch dazu hinreissen lassen hier was zu schreiben. Ihr eigener Bog läuft auch wiedermal ziemlich gut. Ich lauf ihr öfters mal über den Weg wenn ich in Forst bin, sei es beim Schuhe kaufen oder in der Bibo. Ich glaub sie steht auf mich..... und nun. Viel Spass!

Vielleicht erinnert ihr euch an die riesigen Poster, die Ken Follets „Die Säulen der Erde“ angepriesen haben. Ich wollte genau so eins. Hielt es für das optimale Weihnachtsgeschenk. In Dresden gab es eine gefühlte Million und deswegen schätze ich mein Vorhaben als realistisch ein.
JC Decaux steht an allem, was diese Bilder zeigt, also befragt ich das Orakel. Treffer!!! Ich schrieb eine Mail und beschrieb mein Anliegen. „Ich hätte gern eines dieser Poster und wie bekomme ich das?“

15 Minuten später hatte ich die Antwort. Jeden Mittwoch gibt es hier irgendwo in Dresden alle abgenommenen Poster umsonst. Großartig!!! Tagelang plante ich die Aktion „Weihnachtsposter“ wie eine Doppelagentin. Ich notierte meine Route und erfand einen plausiblen Grund 6.00Uhr mit dem Bus zu fahren. 7.00Uhr sollten die Türen geöffnet werden.
Ich saß voller Vorfreude im Bus und überlegt, ob drei Plastiktüten für das riesige Bild reichen würden.
Umsteigen und weiter. Das war ich am Ende der Welt. Selbst Forst hat bessere Gehwege als dieser Ort. Matsch, Regen, Pfützen und die falsche Richtung. Ich fragte eine Frau im Wohlfühlanzug.
7.10Uhr und ich bin endlich da. Stürme ins Gebäude und denke „Charlies Schokoladenfabrik“ für Poster zu entdecken. Ich blicke auf drei Kartons von denen zwei schon leer sind. Knie mich hin und versuche Himmel, Säulen oder sonst was zu erkennen. Zu spät. Ein Versicherungsvertreter lächelt mich an. Würde ich nicht schon knien wäre ich gern auf die Knie gefallen hätte die Hände zu Fäusten geballt und „NEEEEEEEEEIIIIIIIIIIIIIINNNNNNNNNNNNNNN!“ geschrien. Warum? Es kann doch nicht… es ist doch erst….

Ich konnte es nicht fassen. Mit leeren Plastiktüten wieder zurück und in die Uni, wo Mathe schon lange begonnen hat. In der Bahn sah ich jeden an und dachte:“Ja du hast dir alle Poster geholt, sie nach Hause gebracht und verkaufst sie jetzt im Internet.“ Ihr alle habt sie!!! Nur damit ich keins habe. Zehn Minuten können doch nicht über alles und nichts entscheiden…
Aber ich habe mir etwas anderes überlegt und das hab ich auch bekommen. Wäre ja auch zu schön, wenn mein Leben als Doppelagentin so enden würde.



Montag, 20. Dezember 2010

Türchen Nummer 20

Madse wollte mal wieder ran. Jetzt darf er. Und noch ne andere Sache. Ich hab genug Gastbeiträge bis zum 24. Aber weil ich hier sehe, wie gut ihr eigentlich schreiben könnt und vielleicht jemanden von euch noch was dringend  auf der Seele brennt, könnt ihr mir noch weiter Sachen schicken. Noch bis zum 31. Dann ist erstmal Feierabend damit. Sonst ist es doch zu ausgelutscht. Also dann. Viel Spass!
 
 
Die Videos und ich

Wenn ich mich hier so umsehe, ist bei so gut wie jedem Post/Türchen mindestens ein Video dabei. Aber kaum eins davon schau ich mir an.
Hab ich das Konzept von Web2.0 nicht verstanden, dass alle Medien zu einem einzigen Erlebnis zusammengefasst werden?
Bin ich altmodisch, weil ich am Rechner - bzw auf Blogs - lesen und nicht wie im Fernsehen alles vorgekaut bekommen will?
Oder bin ich einfach zu faul, jedes Video 3 Mal anzuklicken? (Werbeblocker/AutoplayPlugin von Firefox ausschalten, Starten, Pausieren zum Puffern)
Vielleicht reizt mich auch der Inhalt nicht, auch wenn dieses Lied oder jener Trailer dem Autor wahnsinnig viel bedeutet und möglicherweise die eine oder andere Erkenntnis für mich bereithält.
Aber ich bin ja auch nicht der Youtube-Schauer. Ich kann dem ewig vorm Rechner sitzen und Videos von ein paar Minuten schauen nichts abgewinnen. Bin warscheinlich zu sehr Zocker, da muss gefälligst was passieren, wenn ich schon an dem Ding sitze. Trotzdem schau ich eigentlich jeden Tag meine Ehrensenf-Folge. Ausgenommen die Strassenumfragen, da machen die Leute eh nur schamlos Eigenwerbung und es kommen keine interessanten Links.

Wie steht ihr dazu? Schaut ihr jedes Video, hört ihr euch jeden Song an? Wählt ihr aus? Oder geht ihr das Risiko ein, einen Inhalt zu verpassen, um ein paar Tage später festzustellen, dass ihr nicht up-to-date seit, obwohl ihr das Video schon mindestens ne Woche länger kennt als die Anderen, weil ihr ja eh total die Nerds seit?


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Mit freundlichen Grüssen
Madse
Abteilung 14

Sonntag, 19. Dezember 2010

Türchen Nummer 19

4. Advent. Erster Artikel einer FÖJ-Kollegin. Fine könnte einigen sogar bekannt sein. War mal mit mir in Forst zum Nachtrodeln und so. Ich war mal sogar kurzzeitig in sie verknallt, weil sie die Frau, die sich für Comicverfilmungen interessierte. Sie studiert nun in Cottbus und wohnt mit der tollen Steffie, einer weiteren FÖJ-Kollegin zusammen. Viel Spass!



„I am, what I am“!

Das ist wohl eher kein Advents-Weihnachts-Beitrag, aber es ist ein Beitrag und einer, der mich immer mal wieder beschäftigt.

Ich freu mich für all jene, die in dieser kalten Jahreszeit jemanden zum Kuscheln an ihrer Seite haben. Wenn man das Glück hatte wie ich schon vor der ersten Schneeflocke verlassen worden zu sein, kann man nur hoffen, dass es zum nächsten Winter etwas wird. 

Was für mich mit solchen Trennungen von lieb gewonnenen Menschen, die einen zwar mögen aber nicht lieben, einher geht, ist die Sinnkrise, die daraus entsteht. Die Antwort auf das „Wieso, warum, weshalb, was ist falsch an mir?“ sucht man schließlich immer erst bei sich. Und wieder mal steh ich alleine auf meinem Balkon und frage mich, wer bin ich, wer will ich sein oder bin ich die, die die anderen wahrnehmen und somit anders als ich denke?
Mein Problem an allem ist in den meisten Fällen, dass ich, wie man sagt, wohl keine Ecken und Kanten habe. Ich bin neugierig, interessier mich für alles, wenn auch nur um herauszufinden, ob ich mich damit weiter beschäftigen möchte. 

Schon in der Schule konnte ich alles gut, aber nichts besonders. Mathekönig, Deutschkenner, Geofreak, Sportass…das waren andere. Ich war überall 2. (außer Sport, da war ich immer eine der Letzten). Aber dafür wird man nicht ausgezeichnet. Ein zweiter Platz fällt keinem auf.
Mein Vorteil war, durch das große Interesse an allem, bin ich im Vergleich zu allen anderen Spezialisten leicht durchs Abitur gekommen.
Dann stand die Studienwahl an und ich stand vor einem Riesenproblem. Während andere sich freuten, endlich ihrem Talent und ihrer Leidenschaft nachgehen zu können, suchte ich ein Studium, bei dem ich auf möglichst wenig verzichten musste. Wer weiß schon, ob ich mich nach einem halben Jahr immer noch für das interessiere oder schon wieder für was anderes? Die Suche dauerte so lange, dass ich vorerst ein wenig mehr Zeit brauchte und deswegen ein FÖJ gemacht hab, in einer Einsatzstelle, die mehr als nur Besucherzentrum ist. Ich war Gärtnerin, Putzfrau, Hausmeisterin, Sekretärin, Naturschützerin, Köchin, Bäckerin, Pädagogin, Exkursionsleiterin, Seminarleiterin…Aber FÖJs sind zeitlich begrenzt und für die Ewigkeit ist das auch nichts, deswegen MUSSTE ich mich irgendwann entscheiden. Und ich hab es geschafft. Zurzeit studier ich Wirtschaftsingenieurwesen für Umwelttechnik an der BTU Cottbus. Wir sind cooler als die BWLer, weil wir nicht nur unseren Gewinn im Kopf haben und uns aufgrund von Desinteresse nichts anderes übrig blieb als BWL zu studieren (gibt vereinzelte Ausnahmen), sondern weil wir unsere Fähigkeiten und Fertigkeiten einsetzen, um die Welt ein Stück besser zu machen. Wir können Wirtschaft genauso gut wie Naturwissenschaften und Technik. Und weil wir so toll sind, kriegen wir massig Geld. Voraussetzung wir überleben das Studium. Von den 160 Studenten sind nur noch 110 übrig und das Semester hat erst angefangen. Karrieretechnisch konnte ich meine Vielfältigkeit also gut unterbringen und mit viel Glück, Talent und ausreichend Fleiß, lässt es sich später damit gut leben. 

Aber persönlich bin ich kein Stück weiter. Wenn man allen Eigenschaften ihr Gegenteil gegenüber stellen würde, stünde ich wohl überall in der Mitte. Wenn ich mir meinen Freundeskreis betrachte, sind da alle Interessengruppen vertreten: politisch Aktive, politisch Uniteressierte, Ökis, kommerziell Orientierte, Metaler, Chartshörer, Indiehörer, Stubenhocker, Weltreisende, Nerds, Computerunbegabte, ruhige Menschen, schrille Menschen….Und überall gehör ich dazu, fast. Den Ökos zu kommerziell, den Kommerziellen zu Öko, den Ruhigen zu aufgedreht, den Aufgedrehten zu ruhig, den Nerds zu normal, den Normalen zu nerdig…Eben überall zweite. Nicht, weil ich mir irgendwelche Hintertürchen aufhalten will, aber ich kann mich nicht für eine Richtung entscheiden, weil ich mich nicht gegen alle anderen entscheiden kann. Und das ist das Problem. Richtig zugehörig fühl ich mich nirgendwo. Aber nur zu einer oder wenigen Interessensgruppe gehören und dafür andere aufgeben, will ich auch nicht. Manchmal ist Vielfältigkeit statt Gabe eben auch Fluch, und deswegen mal ein Hoch auf die Einfältigkeit, sie erspart einem manche schwere Entscheidung sowie scheinbare Beziehungen und weitere Trugschlüsse.

Aber so bin ich nun mal nicht, ich bin alles und von allem etwas und das auch gerne, mal mehr, mal weniger. Denn jetzt kommt die Situation hinzu, dass man mir den Laufpass gegeben hat mit den Worten:„Du brauchst jemanden, der so ist wie du!“ Das geht nicht. Gerade in einer Beziehung braucht es Gegensätze, damit man nicht zu viel Zeit miteinander verbringt und sich irgendwann langweilt. Schließlich will man auch was lernen vom anderen, andere Welten kennenlernen. Aber wer ist mein Gegensatz? Eigentlich nur jemand, der sich für nichts interessiert und zu Hause die Wand anstarrt. Da fällt mir nur Bernd das Brot ein…Da Brote mit den obligatorischen „Traumprinzen“ nichts gemeinsam haben, heißt es warten und singen, wie Gloria Gaynor es tat: „I am, what I am!“

 

KEKSesserin 


"Boah, was für ein mieser Post." Wenn du gerade diese Gedanken beim Lesen hast, dann machs einfach besser! Schreib mir deinen Post und ich werde ihn hier im Laufe des virtuellen Adventskalenders veröffentlichen. Schreib einfach ne Mail mit deinem Post an ringvernichter@gmail.com. Werde Teil des Kessels. Werde Teil eines Weihnachtswunders. Hab Spass!

Samstag, 18. Dezember 2010

Türchen Nummer 18

Manchmal da möchte ich einfach nur ein Beschützer sein. Ich möchte Freunde davor beschützen Angst zu haben. Ich will sie vor Fehlern schützen. Ich will Leute vor der Trauer schützen. Lasst mich euch schützen. Meine liebsten Helden, sind die, die sich aufopfern.






















Meine Stadt Forst hat nicht den besten Ruf. Eine sterbende Stadt. Grau. Hoffnungslos. Doch je länger ich fern ab von Forst lebe, desto mehr merke ich, dass ich mit dieser Stadt verbunden fühle. Diese Stadt hat mich aufgezogen, mit all ihren verrückten tollen Charakteren. Hier läuft natürlich vieles falsch, und trotzdem schaffen es die Jugendlichen hier tolle Eigenarten zu entwickeln. Als ich gestern abend auf der Party des 13. Jahrgangs war, musste ich an diesen Vorstellungen zweifeln.

Bevor ich mich dahin aufmachte, fragte ich noch Jonas, ob er auch kommen will:

ringvernichter17.12.2010 20:48
heute abend metallbau´?
Alpa Chino17.12.2010 20:48
nee ich komm nich dahin
ringvernichter17.12.2010 20:48
willst darfst oder kannste nich
Alpa Chino17.12.2010 20:50
wollen.. hab nich so lust mich von irgendwelchen kettentragenden faschos belabern zu lassen.. hab bisher nur schlechte erfahrungen mit diesem discozeug.. aber zu euer jahrgangsparty komm ich ;-)
ringvernichter17.12.2010 20:51
naja ich werd mal gucken gehen wer so da ist. wenns zu krass wird hau ich ab.
ringvernichter17.12.2010 20:51
schade. haben die mitterweile echt son status, dass die leute vergraulen
ringvernichter17.12.2010 20:51
ich kannte die anfangs noch als minderheit
ringvernichter17.12.2010 20:53
najuti dann mach dir trotzdem noch nen schönen abend. man sieht sich. ich sag nur nachtrodeln.
ringvernichter17.12.2010 20:53
bis dann
Alpa Chino17.12.2010 20:53
ja das hat sich verschlimmert!
ringvernichter17.12.2010 20:53
fuck


Und so machte ich mich auf den Weg zum Metallbau. Ich hab schon erwartet ein paar Faschos anzutreffen. Sie waren immer dabei. Aber sie waren immer nur eine Minderheit. Eine Minderheit die zwar von mir nicht gern gesehen war, aber meistens nicht weiter die Party beeinflusst hat. Und das Gespräch mit Jonas machte mich nachdenklich. Und ich ging mit einer bestimmten Einstellung zur Party. Ich fühlte mich wie der Protagonist in einem dieser Filme, wo er seit langer Zeit in seine Heimatstadt kommt und dann sieht was fürn Drecksloch draus geworden ist. Irgendwie war ich aufgedreht. Ich nahm mir vor wenigstens die Faschos mit bösen Blicken und so zu strafen. Zur Einstimmung hörte ich auf den Weg dorthin ein bissl Kanye. Und was wurde aus meinen Versprechungen? Gleich am Eingangstor stand ein ehemaliger Klassenkamerad, der auch er dem rechten Lager zuzuordnen ist.

Und wie war meine erste Begegnung mit dem rechten Lager?

"Na, Willi wie gehts?"

"Joa, ganz gut. Ist schon viel los?"

"Ne, noch garnix, trinken wir nacher einen zusammen?"

"Na,klar."


That´s why I never be a hero....


Und es war wirklich noch nicht viel los. Aber Henry war schon da und wir laberten. Und plötzlich kamen sie. Es waren nicht nur die üblichen 5 Mann. Es waren dutzende. Immer mehr kamen dazu. Und gegen 12 kam mir die Erkenntnis. Aus dieser Minderheit wurde das allgemeine Bild des Forster Jugendlichen. Na, klar waren auch nette Leute dabei. Aber wir waren in der Unterzahl?

Und wenn ihr jetzt mit Argument kommt, aber die waren doch friedlich, dann hier noch ein paar Anekdoten.

Als ich einen von den Frage, warum seine Hand eingegipst sei, sagt er nur: "Bin unglücklich gefallen... belassen wirs dabei"


als Teddy kam, bin ich auf ihn zugerannt und bin dabei durch die Massen gedrängelt. Teddy meinte danach zu mir, das hätte einige böse Blicke auf mich gezogen. Merke! Nazis sind wie Raubtiere. Keine schnellen Bewegungen!


Apropos Raubtiere, die dazugehörigen Mädels trugen schätzungsweise den gesamten Leopardenbestand Afrikas als Oberteile. Ich lege große Hoffnungen in diese Frauen. Sie können diese Bewegung aufhalten. Wenn die Irgendwann sich gegenseitig hassen und sich die Typen ausspannen wird sich hoffentlich diese Kameradschaft in den Abgrund stürzen.


Ich hab an dem Abend die unterschiedlichsten Geschäftsideen entwickelt. Von Partyfotos an die Antifa verkaufen, über Prügeleien filmen und unter dem Namen "Nazis gone wild" zu verkaufen und Führungen zum Gedenkstein der Forster Synagoge anzubieten. Ich habe diese Späße gemacht um meine Machtlosigkeit zu überdecken. Was wurde aus meinem Gotham City? Sehen so jetzt alle Partys aus in Forst? Ist dass das Bild der Jugend? Ich weiß, ich hatte dieses Thema schonmal. Aber damals zeigten sich zwar die Nazis viel öffentlicher, aber nicht so groß von der Anzahl her. Gestern waren soviele Faschos da wie noch nie. Wäre des ne Geburtstagsparty von einen von den gewesen, oder die Record-Release Party von Prussian Blue hätte es mich ja nicht gewundert. Aber verdammt nochmal! Das war die offizielle Party des Abiturjahrgangs!


Ich hab gestern abend sogar geplant mal mit nem Mädel rumzuknutschen, aber der Perosnenkreis hat mir den ganzen Abend versaut. Teddy nahms nicht so eng, er tanzte ausgiebig und war gut drauf. Er meinte auch zu mir, ich solle mir nicht so ein Kopf drüber machen, und mich lieber über die Leute freun die ich mag. Aber ich kann bei solchen Partys sowas nich. wir Nerds sind schon immer die Aussenseiter. Aber bei meinen alten Partys wars den Leuten egal. alle waren gut drauf und auf der Tanzfläche tanzten Hardcorepeople mit Tussis und Nerds. Gestern abend hatte ich Angst überhaupt Leute anzurempeln. Falscher Blick zur falschen Zeit und du hast dir nen Feind gemacht.


Trauriger Höhepunkt des Abends: Hitlergruß während KlingKlang von Keimzeit gespielt wurde. Mein Songwunsch des Abends war "Schrei nach Liebe." Er wurde nie gespielt.


Um 3 bin ich dann nachhause gelaufen. Vollkommen fassungslos. Das wirklich traurige an diesem Abend waren nicht die Massen an Nazis, sondern wie der Rest drauf reagiert. Es ist ihnen egal. Es ist Alltag hier geworden. Warum muss Forst plötzlich das Klischee erfüllen? Warum hat dieses Pack mittlerweile so nen Status, dass Leute wie mein Cousin keinen Bock mehr haben auf Partys haben, weil man auf die Typen treffen könnte. Wäre ich Bruce Wayne, würde ich heute Abend in mein Kostüm schlüpfen und in der Stadt und auf den Dörfern ein paar Clubs einen Besuch abstatten. Dafür sorgen, dass ihnen klar wird, dass diese Stadt nicht ihnen gehört und niemals gehören wird. Aber ich bin nicht Bruce Wayne. Ich bin nur ein Typ, dem das all egal sein kann, weil er hier eh nicht mehr wohnt. Ist es mittlerweile so krass hier, dass man nur noch zwischen Park 7 und Dorfclub wählen kann?


Wenn die Nazis von ihren Dörfern nun in die Stadt ziehen und wahrscheinlich hier schon mehr rekrutieren, als dass es die Linken können, dann wird dass hier noch alles sehr unschön.


Forst, was hat dich bloß so ruiniert?