Donnerstag, 6. Dezember 2012

Türchen Nummer 6

Also dann ich mal wieder. Und dann auch Nikolaus. Ich würde euch jetzt gern hier das Brett von einem Artikel abliefern. Aber gerade ist da nicht viel zu erzählen. Weder lustige Anekdote noch tiefsinniger Gedankengang. Es tut mir wahrlich Leid. Und leider habe ich gerade nicht viel Zeit mir noch was tolles auszudenken, denn gleich gehts wieder ins Kino. End of the watch. Keine Erwartungen, aber dann wird man auch nicht so schnell enttäuscht.

Okay. Hmm. Erstmal ein Lied. Von den Eels. Weil Eels gehen immer.



Es liegt Schnee in Berlin! Ich mag Schnee! Berlin geht so. Und mir sind gestern meine Kopfhörer flöten gegangen. Also nur die rechte Seite, was ja jetzt noch geht, weil rechts kommen eh nur dumpfe Bässe ans Trommelfell. Aber trotzdem. Das zerstört den Musikraum und nervt. Gnaa. Neue sind auf dem Weg und gerade bin ich in diesem Konsumrausch. Also dieses "Juhuu ich krieg was Neues"- Gefühl, und sich dann ca. 2 Stunden riesig über die neuen Kopfhörer freuen und dann wieder in den langweiligen Normalzustand zurückkehren. Der Kapitalismus hat mich sicher in seinen wohligen Fängen. Und das bringt noch ein weiteres Problem. Nichtmal mehr diese Geschenksache macht mir mehr an Weihnachten Spaß. Weil ich das ja schon das ganze Jahr selbst bei mir mache. Daher hab ich dieses Jahr beschloßen mir nicht direkt etwas zu wünschen. Achtung, klingt jetzt sehr nach Gut-Mensch, aber ist einfach nur ne logische Schlussfolgerung. Weil ich das ganze Jahr über mir schon selbst Geschenke mache, will ich, dass dieses Jahr meine Eltern der Weihnachtsmann das Geld, dass man für meine Geschenke ausgeben würde, nimmt und einer guten Sache spendet. Oder zwei. Ha! Da fällt mir was ein. Ich mach das voll interaktiv 2.0 und möchte, dass ihr mir Organisationen nennt, wo ihr wirklich glaubt, dass da mein Geld gut aufgehoben wäre. 

Hui, okay, dass sind ja schon ein paar Sätze. Lasst uns fortfahren. Wie wäre es mit einer erneuten Aufforderung für Gastartikel. Ja, das nervt. Ist schon so ein bisschen Xesier-Style. Aber auch notwendig. Ich fürchte ja, dass euch die ersten Veröffentlichungen hier eingeschüchtert haben. Keine Angst, dass warn alles schon halbwegs Erfahrene Schreiberlinge. Ich Wir brauchen hier nicht unbedingt einen Sprudel an Fantasie, Sinnfragen oder Konzeptgeschichten. Alltagssachen sind manchmal die spannendsten Erzählungen. Weil sie gleichermaßen von allen nachvollzogen werden können, und ihnen doch eine Alltagsmoral versteckt ist. Keine Angst. Lest zur Beruhigung einfach hier meine ersten Artikel. Die sind kacke und trotzdem bleiben die da. Weil vielleicht mal ein 14 jähriger drüberstolpert und das doch irgendwie alles versteht.

Morgen verabschiede ich eine Praktikumskollegin. Zwar sehen wir uns danach noch bei dem ein oder anderen Film, aber trotzdem wird es dann ab nächsten Montag da alles ein klein bisschen langweiliger. Alle anderen sind auch da echt klasse, aber sie hat diese gewisse Note an Wahnsinn, die ich selten bei Menschen entdecke. Ist jedes Mal dasselbe. Ich komm wo an, find mich doof, denke das wird nix. 3 Monate später lach ich am Mittagstisch am lautesten und trage tänzelnd Matekästen durch die Gegend. Es ist schön, dass sich manches doch nicht ändert.So und jetzt noch ein Lied und dann ist erstmal gut hier. Morgen kommt dann der Jonathan ein zweites und letztes Mal für dieses Jahr. Keine Ausnahmen, nichtmal für die Netten.

Ach, ja. End of Watch war jetzt auch eher so mittel. Aber war kostenlos und dem Björn hats gefallen, Teddy vielleicht auch.




Den Artikel fandest du jetzt nicht so cool? Früher war alles besser und so? Kein Grund zur Sorge, denn du kannst die ganze Sache hier noch retten. Einfach dein Artikel an ringvernichter@gmail.com schicken und dir deinen Applaus hier abholen. Ich freu mich! Lasst uns Spaß haben!

Mittwoch, 5. Dezember 2012

Türchen Nummer 5

Auch heute wieder ein Wiederholungstäter. Der David. Letztes Mal noch über nette Krippenspielerinnerungen, aber diesmal Shit got serious. Heißes Eisen, ich packs nicht gern an, aber naja da muss auch mal drüber gesprochen werden. Für alle die noch am Zweifeln sind, ob sie hier wirklich was bringen wollen: Es gibt weder ein inhaltliches Mindestmaß, noch eine Mindestzeichenanzahl. Bring it People! 




Nie wieder Krieg?

Frieden. Ein Begriff, der wohl zu keinem Jahresabschnitt so gut zu passen scheint, wie zum Advent. Wir machen es uns so gut es geht gemütlich, verbringen Zeit mit der Familie und bereiten uns auf Weihnachten, das „Fest der Liebe“ vor. Und dennoch bedarf es nicht einmal der alljährlich im Dezember besonders intensiven Spendenaufrufe internationaler Hilfsorganisationen, um zu sehen, dass die Welt keineswegs liebevoll und friedlich ist. Der so oft beschworene Blick in die Tagesnachrichten reicht 
aus.                                                              
Die Vorstellung einer Welt frei von physischer Gewalt ist nicht neu. In den letzten Jahrhunderten haben sich die klügsten Köpfe Gedanken um Wege zum ewigen Frieden gemacht. Eine fortgeschrittene Aufklärung sollte zu einer höheren moralischen Verantwortung führen. Nationen sollten internationale Regeln einhalten und Konflikte am Verhandlungstisch statt auf dem Schlachtfeld austragen, so war die Hoffnung. Doch stattdessen hat die menschliche Intelligenz vor allem neue Wege erfunden, andere Menschen zu vernichten. Die Welt ist kein friedlicher Ort, sie war es noch nie und das ist schlimm. Jeder wünscht sich ein Leben in Freiheit und Unversehrtheit und doch ist es nur sehr wenigen Menschen vergönnt. Auch und besonders auf deutschem Boden wurden viele grausame Konflikte ausgetragen. Es ist verständlich, dass das Widerstreben gegen jegliche Gewaltanwendung gerade hier in besonderer Weise ausgeprägt sein sollte.                                                           
Nach dem Grauen der beiden Weltkriege des 20. Jahrhunderts wurde die Friedensbewegung zu einer starken politischen Strömung. Hieß es in der Weimarer Republik noch „Nie wieder Krieg!“ Kamen nach 1945 noch „Nie wieder Faschismus!“ und „Nie wieder Auschwitz!“ dazu. Im Zuge von Vietnamkrieg und atomarer Aufrüstung wuchs auch die Anzahl derer, die den absoluten Pazifismus als Alternative propagierten. Heute sind wir an einem Punkt angelangt, an dem die oberste Maxime unter politisch interessierten Menschen ist, immer und überall gegen Krieg zu sein. Egal, ob damit Menschenleben gerettet werden könnten oder nicht. Krieg ist immer unmoralisch. Selbst wenn ein Terroristenführer präzise durch eine Drohne erledigt wird, finden sich Ankläger gegen dieses „skrupellose“ Verfahren. Wenn ein Staat seine Bewohner vor Angriffen durch Militäraktionen schützen möchte, schlägt ihm Unverständnis entgegen.                                                                                             
Leider wird übersehen, dass sich „Nie wieder Krieg!“ und „Nie wieder Auschwitz!“ durchaus widersprechen können. Europa wurde vom Naziregime nicht durch Friedensmärsche und Lichterketten befreit (auch wenn die Vorstellung schön ist), sondern durch einen Krieg. Hier kommen wir dem Problem näher. Denn konsequenterweise bedeutet ein genereller Verzicht der "westlichen Welt" auf kriegerische Mittel auch, dass man eben Völkermorde und Bürgerkriegsverbrechen in anderen Regionen wissentlich geschehen lässt. Wo selbst die Verteidigung gegen Angriffe missbilligt wird, fordert man ein widerstandsloses Nachgeben gegenüber gewalttätigen Gruppierungen, die selbst keine Gnade zeigen. Der jesuanische Ansatz, dem Anderen auch noch die linke Wange hinzuhalten, ist nach wie vor für mich persönlich ein wichtiger Maßstab für ein friedliches Zusammenleben, wie die gesamte Bergpredigt. Ich kann das aus eigener Entscheidung so halten, wenn ich angegriffen werde. Diese Haltung aber von Staatsmännern (und –frauen) zu fordern, die die Verantwortung für tausende von Menschen tragen, die dies unter Umständen nicht teilen, halte ich für falsch. Aus unserem sicheren Wohnzimmer heraus von den Menschen in Sderot und Nordnigeria diese Haltung der Selbstopferung zu verlangen, ist zynisch.
Es bleibt nun noch die Hoffnung auf einen gerechten, objektiven Völkerbund, der Konflikte aus dem Weg schaffen und verbindliches, allgemein akzeptiertes Recht schaffen kann. Darauf begründet sich das weitverbreitete Vertrauen auf die UNO, ihre Richtlinien und Sanktionen. Doch wie kann eine internationale Staatengemeinschaft demokratisch funktionieren, in der gerade einmal die Hälfte der Staaten selbst Demokratien sind? In der ein Land wie Lybien einmal den Vorsitz des Sicherheitsrates innehaben  durfte? Sind vernünftige Ratschläge zu einem Konflikt zu erwarten, in dem ein großer Teil der UN-Mitglieder Eigeninteressen verfolgt? Angesichts dessen kann man es einigen Staaten in Konflikten nicht verdenken, herzlich wenig auf Beschlüsse der Vereinten Nationen zu geben und sich anzumaßen, eigene Lösungsansätze zu verfolgen.
Ich selbst bin in einem christlichen Elternhaus aufgewachsen in dem die „Kriegsdienstverweigerung“ und eine pazifistische Grundhaltung selbstverständlich waren. Nicht ohne Grund habe auch ich den Wehrdienst verweigert. Ich möchte hier nicht den Versuch unternehmen, den Krieg als optimales Mittel der Friedenssicherung darzustellen. Dennoch würde ich mir wünschen, dass etwas mehr darüber nachgedacht würde, was es heißt, den Krieg als Mittel der Politik grundlegend auszuschließen. Manchmal muss eben der Frieden doch in der Androhung von Gewalt bestehen, auch wenn das nicht besonders schön ist. Wie gut wäre es, wenn man sich eines Tages weltweit friedlich und nach reiflichen Überlegungen einig werden könnte. Das ist ein edles Ziel, das wir weiterhin verfolgen sollten. Doch dafür bedarf es weltweit überlegter und zuverlässiger Akteure, davon sind wir weit entfernt. Man sollte denjenigen, die nur einseitig vom Pazifismus profitieren um ihre Interessen durchzusetzen, ihn aber mit Füßen treten nicht das Feld überlassen. Mir ist ein zwischenzeitlicher Frieden „auf den Spitzen der Bajonette“ lieber, als einer,  der schlicht auf dem Schließen der Augen angesichts von Barbarei besteht.



Den Artikel fandest du jetzt nicht so cool? Früher war alles besser und so? Kein Grund zur Sorge, denn du kannst die ganze Sache hier noch retten. Einfach dein Artikel an ringvernichter@gmail.com schicken und dir deinen Applaus hier abholen. Ich freu mich! Lasst uns Spaß haben!

Dienstag, 4. Dezember 2012

Türchen Nummer 4

So, dann heute mal ein anderes Medium. Heute mal die Fotografie. Ich kann das nicht, nur so verwackelte Partypics... Aber der Olli, der kann das. Hier mal ein Schnappschuss vom Weimarer Weihnachtsmarkt, den ich ja am wenigsten von allen Weihnachtsmärkten hasse. Weil da ist Platz und der ist klein. Und keine Schwarmbewegung. Naja, wer jedenfalls mehr von Ollis Fotos sehen will, kann hier vorbeischaun. Und ja Matti es ist Facebook. Get over it! Viel Spaß!


(draufklicken-dann groß)


Den Artikel fandest du jetzt nicht so cool? Früher war alles besser und so? Kein Grund zur Sorge, denn du kannst die ganze Sache hier noch retten. Einfach dein Artikel an ringvernichter@gmail.com schicken und dir deinen Applaus hier abholen. Ich freu mich! Lasst uns Spaß haben!

Montag, 3. Dezember 2012

Türchen Nummer 3

Heute ein alter Bekannter. Wäre der Kessel eine Kneipe, er würde als erster den Laden betreten und müsste jede Nacht von mir rausgekehrt werden. Ich freu mich trotzdem über jeden seiner Beiträge. Hallo Matti! Lasst uns Spaß haben!



Die Möglichkeit eines Gottes


In mir hat sich etwa gewandelt. Nämlich meine Meinung zu Gott, zum Glauben und zur Religion.
Ich glaube nicht an eine höhere Macht, an das Schicksal, an einen Plan, an Gott. Aber es gibt halt nun mal Dinge, die sich ein Mensch nicht vorstellen kann.
Ein paar Beispiele:
  • Die mit unendlichen Kommastellen versehende Zahl Pi
  • Nanopartikel (einen Millimeter in tausend Teile teilen und eines dieser Teile noch mal in tausend Stücke teilen)
  • vor einem Dinosaurier zu stehen
  • Tetrachromatie, Blindheit (sollte man nicht selbst davon betroffen sein)
  • den Urknall…
um nur einige Beispiele zu nennen.
Und nur weil ich mir keinen Gott vorstellen kann, heißt es nicht, dass es keinen gibt. Wobei hier „Gott“ als Begrifflichkeit für höhere Macht und dergleichen steht.

Sollte es nun solch einen Gott geben, halte ich Religion trotzdem für weitgehend überflüssig. Lasst es mich bitte erklären.
Unter Religion verstehe ich nicht den Glauben an einen Gott/einer Göttin/mehreren Göttern. Religion ist für mich eine Schaffung der Menschen, von der sie glauben denken, sie ist hat irgendwas mit ihrem Glauben zu tun. Dazu zähle ich die heiligen Schriften, Gotteshäuser, Gebete, Feierlichkeiten und Traditionen.
Ich glaube nicht, dass ein Gott darauf besteht, sich beschneiden zu lassen, zu fasten, irgendwo hinzupilgern, ein bestimmtes Gebäude zu besuchen, Kirchensteuern zu zahlen, Kriege zu führen, Strafen für Gotteslästerung zu fordern, Lieder zu singen, Flugblätter zu verteilen und von Tür zu Tür zu gehen, einen alten Mann mit Reichtum und Macht auszustatten und einen Staat auf ihn aufzubauen… Das alles ist in meinen Augen Religion und hat nichts mit Glauben zu tun.
Ich bin der Meinung, dass ein Gott Frieden, Gleichheit und Solidarität fordert (dieser Grundgedanke findet sich ja auch irgendwie, irgendwo in den Religionen wieder). In Freiheit leben, ohne die Freiheiten anderer einzuschränken. Dazu gehört im Ramadan zu essen, Sex vor der Ehe, Gleichberechtigung der Frauen und und und. Warum sollte also Gott fordern, eine Kirche zu bauen oder zu fasten?
Der eingebaute - und auch nötige - „Kontrollmechanismus“ dieser Lebensart sollte die Moral sein. Wenn ich mir die Freiheit nehme, mir ein Haus aus Gold auf mein Grundstück zu stellen, sollte ich mich fragen, ob dies wirklich nötig sei. Auch wenn ein 15 jähriges Kind eine körperliche Beziehung mit einem eingehen möchte, sollte man sich überlegen, ob es das nicht später bereuen könnte und ob es, trotz der Nicht-Beeinträchtigung von Freiheiten, moralisch ist. Zwei Bespiele. Teuflische Grauzonen entstehen, sind aber in meinen Augen durchaus handhabbar.
Wenn jeder gewaltfrei lebt, kann er sich auch vor einem möglichen Gott rechtfertigen. Was auch immer danach kommen mag. Das kann ich mir weder vorstellen, noch kann ich dabei an etwas glauben.

So wie ich aber die Freiheit fordere, haben auch die Religionen ihre Freiheit. Wenn Menschen meinen, sich mit ihrem Glauben zusammenschließen zu müssen und dafür eigene Regeln, Leitfäden und dergleichen aufstellen, habe ich solange kein Problem damit, bis sie die Freiheiten der Gesamtheit angreifen. Schließlich scheint Religion Menschen auch Spaß zu machen, dem Leben einen Sinn geben. Das ist schön, aber nicht mein Ding. Ich mache es mir da sehr einfach:
Mein Glaube braucht keine Religion.


Den Artikel fandest du jetzt nicht so cool? Früher war alles besser und so? Kein Grund zur Sorge, denn du kannst die ganze Sache hier noch retten. Einfach dein Artikel an ringvernichter@gmail.com schicken und dir deinen Applaus hier abholen. Ich freu mich! Lasst uns Spaß haben!